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Feste Pläne für die Zeit nach dem Abi

Berufsinformationstag für die Jgst. 13

WR vom 11.11.2009 - Eigentlich war ja an den beiden Staberger Gymnasien gestern Wandertag. Nur für die angehenden Abiturienten nicht. Während es die Mehrheit der Schüler in die Natur hinaus zog, informierte sich die rund 140-köpfige Jahrgangsstufe 13 geschlossen bei 15 Praktikern über akademische Berufe.

Um nach der großen Vorstellungsrunde in der Aula Raum für Gespräche in kleineren Gruppen zu bieten, „haben wir fast die gesamte Schule freigezogen", erläutert Oberstudienrat Gerd Peters vom Zeppelin-Gymnasium, einer der Organisatoren. Für jeden der Referenten ist ein Klassenraum reserviert.

Auch für Hermann Escher vom Lüdenscheider Architekturbüro Sager. Gerade lassen sich von ihm vier interessierte Jugendliche erklären, dass der Beruf des Architekten so einiges mit dem Computer zu tun hat – und inzwischen immer öfter von daheim erledigt werden könne. Ob der kreative Anteil des Jobs denn auch tatsächlich höher liege als der von Statik oder Mathe, möchte einer der Schüler wissen. Escher weiß, worauf der Jugendliche hinaus will. Auch ihm selbst habe Mathe damals in der Schule nicht unbedingt Spaß gemacht. Erst im Studium sei das anders geworden. „Es ist nie Routine, es wird nie langweilig", wirbt Escher für seinen Beruf, der selbst der Wirtschaftskrise trotze. Im Klartext: Allein die Vielzahl und Vielfalt der Bauprojekte sorgt für Abwechslung. Allerdings übernehme gerade der Architekt bei Planung und Umsetzung auch ein hohes Maß an Verantwortung.

Der Sozialarbeiter übrigens auch, macht Winfried Lütke-Dartmann vom städtischen Jugendamt ein paar Klassenraum-Türen weiter deutlich – vor allem natürlich in einem Bereich wie der Behindertenhilfe, bei der „viel Beziehungsarbeit" zu leisten sei. Aber auch in der städtischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Schulpsychologie gleich nebenan.

Und wie hält man gerade als Sozialarbeiter Beruf und Privatleben auseinander? „Da muss das Studium dir das Rüstzeug geben, dass du das am Ende kannst", antwortet Lütke-Dartmann, übrigens selbst mehrfacher Familienvater, auf diese Schüler-Frage. Jedenfalls sollte man die Probleme, mit denen man als professioneller Berater tagtäglich konfrontiert werde, auf keinen Fall „mit nach Hause nehmen". Wie Architekt Escher hält auch Lütke-Dartmann ein Praktikum für höchst sinnvoll, möchte man als junger Mensch sein Leben in diesem Beruf verbringen.

Und? Was hat die Runde mit dem Experten in Sachen Sozialarbeit den Schülern gebracht? Die WR-Zufallsbefragung unter drei von ihnen ergibt: Alle haben bereits für die Zeit nach dem Abi geplant. Dominik Blum strebt ein BWL-Studium an. Der Job des Sozialarbeiters habe ihn „so ganz persönlich interessiert". Hans Hoffmeister möchte in die Medizin gehen. Und auch Felix Mindel hat etwas in Aussicht – ihm hat es gestern einfach nur Spaß gemacht, bei ganz verschiedenen Referenten hereinzuschauen. Der Infotag war übrigens wie immer für die gesamte Jahrgangsstufe 13 Pflicht.



Die Fachhochschule Südwestfalen, diesmal Partner der Gymnasien beim Infotag, präsentierte sich mit zwei Studienbereichen: Prof. Dr. Eva-Maria Eisenbarth stellte das Angebot Bio-Nanotechnologie vor, Prof. Dr. Paul Thienel die Kunststofftechnik. Liegt auf meinem Traum-Studiengang ein NC? Brauche ich für den Start das Latinum? Solche und andere Fragen rund ums Studium und dessen Organisation konnten gestern Tanja Obst, Studienberaterin der FH, und Christoph van Ophoven, allgemeine Studienberatung Bundesagentur für Arbeit, kompetent beantworten.