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Geschichte ist mehr als Daten und Fakten

Projekt 'Global-Lokal'

WR v. 18.04.2011 - Nach mehr als drei Jahren beendeten Geschichtswissenschaftler der FernUni Hagen und Schülerinnen und Schüler aus Hagen und Lüdenscheid – darunter Gymnasiasten vom Staberg – jetzt erfolgreich ihr Projekt „Global-Lokal“, in dem sie sich mit Migration und Identität, der Herkunft der eigenen Vorfahren und dem, was „typisch deutsch“ ist, beschäftigt hatten.

Bei der großen Abschlussveranstaltung von Hochschule und Partnerschulen in der Mensa der FernUni zogen die Schülerinnen und Schüler vom Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Gymnasium, die im Rahmen des von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekts eng mit dem Institut für Geschichte und Biographie zusammengearbeitet hatten, dabei ein positives Resümee. Im Rahmen ihrer Beschäftigung mit Zuwanderung und Integration hatten sie lebensgeschichtliche Interviews mit Migrantinnen und Migranten geführt, im Stadtarchiv geforscht und ihre Ergebnisse in einer Ausstellung mit dem Titel „Es war eine andere Welt“ und einem 30-minütigen Film dokumentiert.

Interviews und Archiv-Arbeit

Erfahrungen, Erfolge und Hindernisse, die die gemischte Gruppe aus Hochschullehrern, Lehrern und Schülern in den zurückliegenden Jahren mit „Global-Lokal“ gemacht hatte, fasste Esther Kolaczkowski bei der Abschlussveraltung zusammen. Als sich die Gruppe das erste Mal getroffen habe, „hätte ich nie gedacht, dass mal so etwas Großes und Umfangreiches daraus werden könnte“, so die junge Lüdenscheiderin. Von wechselnder Gruppenkonstellation, anfangs unterschiedlichen Vorstellungen, sich dem Thema anzunähern, Bildung von Spezialgruppen und vielem mehr berichtete sie vor großem Auditorium. „Wir alle haben unser Bestes gegeben und unser Hauptziel, welches die Ausstellung im Rahmen der Lüdenscheider Gespräche im März 2009 war, erreicht, was für jeden von uns ein großer Erfolg war.“

Besonders schön sei, dass die Ausstellung im Film verewigt worden sei. Durch die Ausflüge nach Bonn und Berlin habe die Gruppe Geschichte neu erleben können. „Zum anderen wurde man an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt.“ Bereichernd sei darüber hinaus der Austausch mit anderen Gruppen gewesen. „Es war interessant zu sehen, was andere aus dem gleichen Thema gemacht haben und es brachte einem auch Inspiration und Motivation für sein eigenes Projekt.“

Das Geschichtsverständnis habe sich durch das Projekt geändert. Die Methode der Oral History habe gezeigt, dass Geschichte etwas Lebendiges sei und nicht nur aus Jahreszahlen und Fakten bestehe.