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Iter Romanum - Dem alten Rom auf der Spur

Reisebericht von Florian G. (Jgst. 10)

Auch in diesem Jahr haben die Lateinkurse der Jahrgangsstufen 10 und 11 der Staberger Gymnasien eine interessante und durchaus Spaß bringende Studienreise unternommen. Sie führte auf den Spuren der alten Lateiner nach Rom. Die Reise dauerte fünf Tage, von Sonntag, d. 17. Juli 2011, bis Donnerstag, d. 21. Juli. Mit beiden Kursen unter der Leitung von Herrn Dr. Herrmann und Frau Langenohl sowie mit Herrn Drees, Frau Johannvordersielhorst und Frau Herrmann ging es geschlossen aus Lüdenscheid los.
Um die Vielzahl von Schülerinnen und Schülern (immerhin 60!) mit dem Flieger nach Italien bringen zu können, musste unsere Reise an zwei verschiedenen Flughäfen, Köln und Düsseldorf, beginnen. Umso größer war die Wiedersehensfreude am eher schlichten und einfachen, aber durchaus praktischen und typisch italienischen Hotel.
Nach einem gemeinsamen römischen Abendessen fielen alle müde in ihre Betten.

An unserem ersten Tag begaben wir uns gemeinsam in der großen Gruppe zu der Via Appia Antica und somit zu einer der wichtigsten Handelsstraßen des antiken Rom. An dieser Stelle, wie auch an jeder anderen Sehenswürdigkeit, hörten wir ein vorher vorbereites Referat von einer Schülerin oder einem Schüler aus der Gruppe. Danach ging es direkt weiter zu den angrenzenden Katakomben, die eine Vielzahl von illegal begrabenen christlichen Bürgern aus der Zeit der Verfolgung enthält, und der direkt angeschlossenen Kirche San Sebastiano.

Anschließend fuhren wir mit einem etwas überfüllten Bus zur Engelsburg, einer Burg die von Päpsten über der Grabstätte von Kaiser Hadrian gebaut wurde. Dort erfuhren wir, dass die Burg sowohl als Gefängnis und Lagerstätte als auch als Zufluchtsort für die Päpste gedient hat.
Darauf folgte ein Abstecher zum Marsfeld mit dem Pantheon, welches ursprünglich zur Verehrung der römischen Götter gebaut worden war. Jetzt ist es eine der vielen katholischen Kirchen in Rom. Da der Tag sich dem Ende zuneigte, konnten wir den Piazza Navona und den Trevibrunnen nur im Vorbeigehen bestaunen.

 

Obwohl alle noch müde Knochen von dem ersten anstrengenden Tag hatten, ging es wieder früh raus und sofort weiter. So fuhren wir direkt nach dem Frühstück mit der Metro zum Circus Maximus. Auf den ersten Blick haben wir gedacht: "Was ist das für ein Rasenplatz und wo ist der 'große Circus'?" Aber nachdem einige unserer Mitschüler uns in ihren Referaten erklärt hatten, dass der Circus Maximus größtenteils aus Holz bestanden hatte und der verbaute Marmor entwendet und für den Bau des Petersdom genutzt worden war, erkannten wir die Rennbahn.

Als nächstes Ziel stand der Palatin auf dem Plan. Der Palatin, der mittige der sieben  Hügel Roms, erstaunte uns durch seine antike Schönheit. Der Konstantinbogen, das Forum Romanum, aber vor allem das Kolosseum zeigten die architektonischen Meisterleistungen der alten Römer.

Danach ging es weiter zu einem anderen berühmten Hügel Roms, dem Kapitol bzw. dem kapitolinischen Hügel. Dort befinden sich das Monumento Vittorio Emanuele, die Kirche Santa Maria in Aracoeli, der Senatoren- und der Konservatorenpalast.
Das Monumento Vittorio Emanuele, von vielen Touristen "Schreibmaschine" genannt, ehrt die italienische Staatsgründungsbewegung und den ersten König von Italien, Vittorio Emanuele.
Die Kirche auf dem Kapitol, Santa Maria in Aracoeli, zu deutsch: Heilige Maria vom Himmelsaltar, geht auf die Sage zurück, dass Kaiser Augustus eine Vision von der Geburt Christi hatte und deswegen der Göttin Iuno einen Altar weihen ließ.
Anschließend hatten wir noch ein bisschen Freiraum und machten Rom auf eigene Faust unsicher.

Als am nächsten Morgen verkündet wurde: “Heute geht es ans Meer“, war die Freude groß. Alle saßen mit einem Lächeln im Gesicht im Zug, der uns nach Osten in Richtung Meer brachte. Als das Meer am Horizont ins Blickfeld geriet, hieß es für uns aber leider schon aussteigen.
Unser Weg führte zuerst nach Ostia Antica, einer sehr gut erhaltenden alten Hafen- und Handelsstadt nahe Rom. Ostia Antica war eine der ersten Kolonien Roms und wurde errichtet, um den Handel zu steigern und vor allem eine Flotte aufzubauen. Dort sahen wir die von den Römern gut durchdachte Struktur, eine Vielzahl an Thermen sowie ein Theater, in dem wir zusammen den Hymnus “O vitae philosophia dux “ vortrugen, den wir zuvor im Lateinunterricht behandelt hatten.

Danach ging es wieder Richtung Zug und nun endlich ans Meer. Also schnell die Sachen aus und in die Wellen gestürzt - allerdings nur wenige Meter. Ein italienischer Bademeister pfiff wie verrückt in seine Trillerpfeife und schickte uns wegen zu starker Strömungen direkt wieder aus dem Wasser. Zum Glück konnten wir dann nach einiger Zeit, als die Lage sich beruhigt hatte, doch noch ins Wasser.

Nachdem wir uns im Hotel das Salzwasser abgewaschen hatten, ging es zum Essen.
Wir wurden von den Lehrerinnen und Lehrern in ein Lokal im römischen Handwerkerviertel eingeladen.

Der Abreisetag war für die zwei Gruppen unterschiedlich lang. Die 'Langenohl-Gruppe' musste schon um 17 Uhr nach Köln fliegen und die 'Herrmann-Gruppe' erst um 20 Uhr. Nichtsdestotrotz begann der Tag gemeinsam. Unser erstes Ziel war die Pyramide, die zu Ehren des Prätors Cestius gebaut worden ist. Über Cestius ist nicht sehr viel bekannt, er ist aber durch diese Pyramide unsterblich geworden. Um die Pyramide herum entstand um die damalige Zeit ein Friedhof, heute bekannt unter dem Namen Cimitero acattolico, zu deutsch 'protestantischer Friedhof'. Dort sind viele berühmte Menschen begraben, unter anderem der Sohn von Goethe, August von Goethe. Viele Ausländer kamen im 18. Jahrhundert nach Rom, um dort Gedichte oder Lieder zu schreiben. Und wenn diese starben und nicht katholischen Glaubens waren, durften sie nicht auf katholischen Friedhöfen begraben werden und fanden hier Platz.

 

Danach musste sich leider die Hälfte der Gruppe verabschieden und auf dem Weg in das kalte Deutschland machen. Die zurückgebliebenen 10-er machten sich auf zu einer der Patriarchalbasiliken, nämlich St. Paul vor den Mauern. Diese Kirche soll über den Überresten des Apostels Paulus erbaut worden sein. Sie erstaunte uns aber eher durch die vielen Abbilder der unzähligen Päpste und den großen Kreuzgang und einigen Themen, die durch das große Bild auf der Vorderseite der Kirche entstanden.

Danach ging es auch für die Zurückgebliebenen zum Flughafen und ab nach Hause. Somit endete eine schöne, aber auch anstrengende römische Woche.

Neben den reizvollen Seiten und Impressionen der italienischen Hauptstadt haben wir bei der Gelegenheit auch unsere Lehrerinnen und Lehrer besser kennengelernt.
Wir danken für die Reise und hoffen, dass die Möglichkeit, europäische Hauptstädte auf diese tolle Weise kennenzulernen, auch nachfolgenden Kursen erhalten bleibt.