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13 Türklinken zur Zukunft

Spannender Infotag der Staberger Gymnasien: Heimische Unternehmen stellen angehenden Abiturienten viele Berufswege vor - und sammeln Interessenten

LN v. 07.06.2011 - Gleich 13 Unterrichtsräume des Geschwister-Scholl-Gymnasiums verwandelten sich gestern für alle Staberg-Schüler der zwölften Jahrgangsstufe in Berufsberatungs-Büros. Von Busch-Jaeger über das Finanzamt bis zur Kreisverwaltung, von Erco, Jung und Kostal über die AOK, Douglas und Kattwinkel bis zu den Lüdenscheider Nachrichten: Alle eingeladenen Unternehmen und Institutionen hatten Ausbildungs- und Abteilungsleiter an die Pulte entsandt, um dort rund 200 Schülern Rede und Antwort zu stehen.

Deren Fragen sind von Jahr zu Jahr neu und anders, und die Firmen bereiten sich von Mal zu Mal professioneller auf diese Veranstaltung vor, die am Montag ihre 16. Auflage erlebte. So warteten Kostal und Busch-Jaeger erstmals mit individuellen Modulberatungen auf Messe-Aufsteller und Beamer sind hier längst Standard. Und IT-Anwendungsentwickler Arnd Knitter von Busch-Jaeger erhielt einen eigenen Raum. Kostal-Ausbildungsleiter Uwe Perlowski zeigte sich bei der Manöverkritik im Lehrerzimmer trotz rückläufiger Besucherzahl zufrieden, weil er mit seinem Kollegen Jan Lemmert technikinteressierte Schüler eingehend informieren konnte.

Die Sicherheit des Arbeitsplatzes, in Rezessionsjahren wichtig für die jungen Leute, spielte am Montag keine Rolle. Sie wissen, dass sie trotz des doppelten Abiturjahrgangs als künftige Fachkräfte stark umworben sind; statt Zukunftsangst ist da eher die Qual der Wahl angesagt.

Das allerdings, auch das fiel mehreren Beratern auf, bewirkt bei vielen, dass sie sich mit dem Gedanken, waws sie "mal werden" wollen, noch nicht ernsthaft befassen. Und das, obwohl nach Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst auch Jungs nur wenig Zeit bleibt: Während die Stufe 13 am Zepp noch an ihrem Abi baut, müssen alle "Zwölfer", die nicht zur Uni wollen, sondern eine Ausbildung oder Verbundstudiengänge anstreben, jetzt schon ihre Bewerbungen aufsetzen.

Dafür herrscht erstaunliche Unkenntnis - wofür Franziska Schulte, Ex-Stabergerin und gemeinsam mit David Macipe für die Sparkasse in der Schule, indes Verständnis zeigte: Das liege an der Unübersichtlichkeit der Angebote und der Tatsache, "dass man sich aufs Abitur konzentrieren muss". Den langjährigen Organisatoren des Infotages, Gerd Peters (Zepp) und Jürgen Prüfer (Scholl), wurde neben viel Lob denn auch der Rat ihres Ex-Schülers und heutigen Erco-Azubis Dominik Blum zuteil, die Veranstaltung früher anzusetzen, zumal sie das Bewusstsein für die nahende Berufsentscheidung insgesamt schärfe.

Das kann indes auch auf anderem Wege erreicht werden: Scholl-Rektorin Antje Malycha kündigte an, dass es für die Oberstufe eien "Uni-AG" geben soll, die sich fortlaufend mit Perspektiven für Studium und Beruf befasst.