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Förderpreis für Skandal

WR v. 21.06.2011 - Der „Skandal um das Lüdenscheider Ehrenmal“ hat den Gymnasiasten Marco Robert Hoffmann (14) zum Gewinner gemacht: Mit seinem Beitrag zum Thema brachte er es beim Geschichts-wettbewerb des Bundespräsidenten 2010/11 zu einem der NRW-Förderpreise. „Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte“ war das Motto des Wettbewerbs.

Wie bist Du auf Dein Thema gekommen?

Marco: Ich habe im Stadtarchiv gezielt nach Informationen über Skandale in Lüdenscheid gesucht. In einer großen Mappe tauchte dabei die Diskussion um das
Ehrenmal an der Parkstraße immer wieder in der Presse auf. Das fand ich spannend,
um darüber zu schreiben.

Wie hast Du das Thema dann im Beitrag umgesetzt?

Mit vielen guten Tipps von Archivar Tim Begler ist eine Art Aufsatz entstanden. Er
zeigt die Historie der dargestellten Figur auf und setzt sich natürlich auch mit der
Bedeutung der Anlage auseinander, der sich mit den Werten in der Gesellschaft verändert hat. Die Figur wurde im Zeitgeist der Nazis vom „Gefallenen“ zum „Erwachenden“. Aus heutiger Sicht sind die Wertvorstellungen von damals übertrieben, andererseits wird die Diskussion um die Anlage oft zum Skandal aufgebauscht. Heute ist das Ehrenmal eigentlich ein „Trauer-Mahnmal“. Leider wurde es schon mehrmals
verunstaltet.

Ist das eigentlich Dein erster Sieg bei einem Wettbewerb?

Beim Geschichtswettbewerb habe ich schon einmal zum Thema „Helden“ über einen Vorfahr geschrieben, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist, aber heute noch ein Held ist. Damals habe ich nur eine Teilnehmer-Urkunde bekommen. Und bei einem Biologie-
Wettbewerb NRW-weit bin ich mal auf dem 68. Platz gelandet.

Am 18. Juli wird im Bonner „Haus der Geschichte“ NRW-Jugendministerin Ute Schäfer offiziell die Landespreise vergeben. Das Geld für Deinen Förderpreis wird direkt aufs Konto überwiesen. Was wirst Du mit dem Preisgeld machen?

Ich denke, dass ich die 100 Euro erst einmal aufs Sparbuch legen werde.

 

Marco erhält Förderpreis

Für die Arbeit über das Lüdenscheider Ehrenmal erhält Marco Hoffmann, Neuntklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, eine Auszeichnung

LN v. 08.07.2011 - Toller Erfolg für Marco: Der Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gewann einen Preis der Körber-Stiftung. Marco Robert Hoffmann (14) gehört beim Bundeswettbewerb für Geschichte des Bundespräsidenten zu den Besten. Bei diesem bundesweiten Wettbewerb, ausgeschrieben von der Körber-Stiftung, landete Marco unter den besten 157 Teilnehmern. Nun wurde er mit einem Förderpreis der Organisation in Höhe von 100 Euro belohnt. In ganz Deutschland nahmen 3631 Schüler mit 1152 Beiträgen teil.

Das Thema des Wettbewerbs war "Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte". Für die Bearbeitung hatte auch der junge Lüdenscheider sechs Monate Zeit. In dem halben Jahr sollten sich die Schüler in ihrer Umgebung auf die Suche nach Skandalen machen und über diese berichten.

Bei seiner Recherche nach einem spannenden Thema ging Marco ins Stadtarchiv der Stadt Lüdenscheid und hoffte, dort etwas Interessantes zu finden. Nachdem er viele Bücher gewälzt hatte, war das Thema gefunden: "Skandal um das Lüdenscheider Ehrenmal".

Die Diskussion um die Skulptur habe 1922 begonnen, fand 1922 ihren Höhepunkt und ging bis zur Einweihung im Jahr 1935, erklärt Marco: "Das Thema ist aber immer noch aktuell und wird oft diskutiert", fügt Norbert Adam, Geschichtslehrer des Schülers, hinzu. In seiner Arbeit beschreibt der Vierzehnjährige den Skandal, wie aus der Skulptur des Gefallenen" durch die Nationalsozialisten im Dritten Reich "der Erwachende" wurde.

"Während der Bearbeitung habe ich zunächst die vorgegebenen Leitfragen beantwortet", erzählt Marco. Anschließend habe er diese strukturiert, um das Thema schneller und gezielter bearbeiten zu können. Für ihn war es das erste Mal, dass er eine wissenschaftliche Arbeit verfasst hat.

Nach Einsendung der Mappe zum Geschichtswettbewerb teilte Marco seine Kenntnisse mit den Mitschülern. Im Rahmen des Geschichtsunterrichts hielt er ein Referat über die Geschichte des Ehrenmals. Was Marco später machen möchte, weiß er noch nicht genau. Doch für ihn steht fest: "Geschichte macht Spaß."