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Tour des Lebens - Veranstaltung zur Alkoholprävention

Bericht von Jürgen Krüger

Am Mittwoch, dem 21.12.2011, hatten wir einen Mitarbeiter von der "Tour des Lebens" zu Gast im Geschwister-Scholl-Gymnasium. Im Vorgespräch war gewünscht worden, dass an der jeweils einstündigen Tour möglichst viele Schülerinnen und Schüler teilnehmen sollten, und so warteten wir mit der ersten Gruppe von 46 Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern aus den Kursen Biologie-LK 11 und SoWi-GK 10 gespannt im Raum 107. Um 8.00 Uhr begann Herr Frank Schmidt, von Beruf Feuerwehr- und Rettungsassistent und Notfallseelsorger die erste Runde. In seiner ruhigen Art schaffte er es binnen kürzester Zeit die skeptischen Blicke der Schülerinnen und Schüler wegzuzaubern und in konzentrierter, aber schlagfertig lustiger Form mit den Zuhörern in einen Dialog zu treten.

Schonungslos thematisierte er mit ihnen den realen Alltag: Party und Alkohol gehören für viele junge Menschen uneingeschränkt zusammen und die zunehmenden Zahlen von Krankenhauseinlieferungen aufgrund von Alkoholintoxikationen sind besorgniserregend. Die Verbreitung von Konsumpraktiken über das Internet und die gleichzeitige Verharmlosung des legalen Rauschmittels fördern diese Tendenz weiter.

An dieser Stelle stand aber nicht der erhobene Zeigefinger im Vordergrund. Die Aufklärung im Bereich Alkohol in diesem Alter wurde als wichtiger Katalysator für die Entwicklung eigener Entscheidungskompetenzen in den Vordergrund gestellt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten ausgehend von ihren eigenen Fragen tieferen Einblick in die verschiedenen Facetten des Alkoholkonsums, um ihre eigene Entscheidungsfähigkeit zu stärken. Ein Gefühl für Mengenverhältnisse wurde gegeben (Promille, halbe Flasche Sekt, Flasche Wein, Glas Wodka, 5 Flasche Bier etc.), die Wirkungsweise von Ethanol und sogen. „Tricks“ und aktuelle Konsumpraktiken unter die Lupe genommen (fettig essen, Wasser trinken, Brot essen, Aspirin schlucken, usw.). Merkmale der Alkoholvergiftung und das Thema Recht fanden Platz in den Erläuterungen und Diskussionen. Immer stand das Interesse der Schülerinnen und Schüler hier und heute im Vordergrund, keine allgemeinen Besserwissereien von Erwachsenen, Lehrkräften, Eltern. Durch die anspruchsvolle, aber anschauliche Betrachtung der biologischen Prozesse im Körper wurde beiden Besuchergruppen, den „Biologen“ und den Schülerinnen und Schülern aus dem SoWi-Kurs ihr jeweiliges Niveau angeboten.

Nachhaltige Wirkung erzielte dann am Schluss die Einbeziehung der Eitelkeiten der Jugendlichen. Bewusst wurde angesprochen, was die wenigsten wussten, nämlich dass nach Alkoholgenuss die Fettverbrennung stoppt und somit die Fetteinlagerung begünstigt wird. Potenz und Alkoholkonsum, „Mutproben“ unter Alkoholeinfluss und peinliche Fotos im Internet danach. Vielen der Zuhörerinnen und Zuhörer war ihre Betretenheit anzusehen.

Nach so viel Offenheit und Ehrlichkeit musste die Beklemmung wieder in den normalen Alltag integriert werden. Herzhaftes Lachen beim Betrachten der Mitschülerinnen und Mitschüler mit einer Rauschbrille, die den Alkoholgehalt von 1,3 Promille simuliert, konnte dazu beitragen. Auf einer geraden Linie gehen, verlorenes Geld vom Boden aufheben und zählen wird zur echten Herausforderung, wenn man oder frau alles doppelt sieht.

Sechzig Minuten vergingen wie im Flug und nach einer kurzen Pause ging es mit der nächsten Gruppe weiter. 165 Schüler aus Biologie- und Chemiekursen, aus Deutsch- und SoWi-Kursen bekamen dieses Programm an diesem Vormittag geboten. Von der Grundtendenz immer dasselbe, aber jedes Mal wieder total anders, schließlich hatte Herr Schmidt es immer wieder mit anderen Menschen zu tun, und die lagen ihm am Herzen. Das merkte man.

Danke und ganz bestimmt auf Wiedersehen im nächsten Jahr mit einer neuen Tour des Lebens der besonderen Art. Dankeschön auch an die AOK, die für alle Unkosten aufkam und durch ihre Leiter aus Lüdenscheid, Herrn Müller, den ganzen Vormittag vertreten war.