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Reiseziel erreicht

Abitur-Entlassfeier der Staberger Gymnasien

Wir gratulieren den 157 Staberger Abiturientinnen und Abiturienten, die am 28.06.2012 ihr Abiturzeugnis entgegennehmen konnten:

WR v. 29.06.12 - Feierlich verabschiedeten die Staberger Gymnasien am Donnerstagabend im Kulturhaus 157 Abiturientinnen und Abiturienten – 73 vom „Zepp“ und 84 vom „Scholl“ - aus der Schule. „Nun endlich haben Sie Ihr Reiseziel erreicht: Abitur“, lobte Antje Malycha, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die in diesem Jahr die Abiturrede hielt.

„Und nun sitzen Sie hier in diesem Schwebezustand zwischen Gewissheit und Ungewissheit gemeinsam mit Ihren Familien und Lehrern.“ Gewissheit, weil sich die jungen Erwachsenen ihrer Stärken bewusst seien. Ungewissheit, weil sie in eine Welt steuern, die zunehmend unberechenbarer werde. Auf Entwicklungen, die das „globale Dorf“ längst zu einem Alptraum gemacht haben (terroristische Anschläge, Bankenzusammenbrüche und Wirtschaftskrisen) kam sie zu sprechen. Heute gebe es immer mehr Menschen, die das maßlose Bereicherungsdenken ablehnen und den Begriff Wohlstand mit Gesundheit, Glück, Familie und Freunden in Verbindung bringen.

Lebensglück mit sozialem Kapital

„Das soziale Kapital garantiert mehr Lebensglück als das Einkommenskapital“, zitierte sie den Zukunftsforscher Opaschowski. „Sie gehören einer Generation an, in der Sie an neuen Formen einer Gemeinschaftskultur mitbauen dürfen und in der persönliche Glaubwürdigkeit, Kommunikation und moralische Integrität gefragt sind“, erklärte Malycha. Grundgeborgenheit zeichne Orte, an denen Gemeinschaftskultur gelinge, aus. „Eine solche Nische bremst die Hektik des Alltags ab und bietet Wohlbefinden und Unterstützung.“ In einer Zeit rasanter Veränderungen sei es wichtig, wieder mehr Bindungen zu anderen Menschen einzugehen. Unabhängigkeit nach dem Abitur bedeute nicht zwangsläufig, alte Bindungen hinter sich zu lassen. Beispielsweise sei die Bindung zwischen erwachsenen Kindern zu ihren Familien heute sehr viel enger als vor 25 Jahren. „Die Generationen in der Familie helfen sich ein Leben lang.“ Die Familie sei der moralische Halt der Gemeinschaft und der soziale Kitt der Gesellschaft. Kreativität, Verlässlichkeit, Verständnis und Zeit, in vielen sozialen Bezügen ein guter Freund zu werden, wünschte die Schulleiterin den Abiturienten für die Zukunft.

 

Eine lockere, humorvolle Rede brachten die beiden Jahrgangsstufensprecher Julia Dunkel und Arne Löber in die Feierstunde ein. Das Geben und Nehmen, den goldenen Mittelweg zwischen Lernen und Genuss sprachen sie an. Ein Zitat von Eleanor Roosevelt („Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben“) stand am Schluss der gemeinsamen Rede. Musikalisch umrahmten Florence Eyok („Home“) und Michael Michen (Klavier), der gemeinsam mit Schwester Jessica (Saxophon) einen rassigen Tango anstimmte, die Feier.