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Wahnsinn als treibende Kraft                             Hier geht es zum Fotoalbum.

Theaterabend der Literaturkurse der Jgst. 11 und 12

WR v. 15.06.12 - In Arthur Millers „Hexenjagd“ werden unschuldige Dörfler der Hexerei und Geisterbeschwörung angeklagt. Friedrich Dürrenmatt zeigt in seinen „Physikern“ geniale Wissenschaftler, die Wahnsinn vortäuschen, in einer ausweglosen Situation.

Eine futuristische Welt, in der eine Gesundheitsdiktatur Menschen einzwängt, zerstört und zermürbt, führt Juli Zehs Theaterstück „Corpus delicti“ vor Augen. In allen drei Stücken ist der „Wahnsinn“ – am Donnerstagabend Titel eines fesselnden Theaterabends in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums – die treibende Kraft.

Spielfreudig und motiviert

„Wozu der Mensch fähig ist“, so der Untertitel, zeigen Miller, Dürrenmatt und Zeh in ihren Stücken auf beklemmende, tragikomische, direkte und verschlüsselte Art. Drei Literaturkurse vom Staberg waren in den gut besuchten Theaterabend eingebunden. Spielfreudig und hoch motiviert stellten die Kurse Q1/G8 von Daria Dusil (Hexenjagd), Philipp Röcher (Die Physiker) und Katrin Achenbach (Corpus delicti) - beide Jahrgangsstufe 12 - die Ergebnisse ihrer Theaterarbeit vor. Als Moderatorinnen führten Freda und Jennifer durch den Abend.

 

Durch intensives Spiel führten die Elftklässler die Bühnenwirksamkeit von Arthur Millers „Hexenjagd“, die auf wahren Ereignissen beruht, vor Augen. In nostalgischen Kostümen war amerikanische Kolonialzeit – das Stück spielt 1692 in der von Puritanern bewohnten Stadt Salem in Massachusetts – gegenwärtig. Effektvoll zu donnernden Rhythmen und über die Bühnen wabernden Rauchschwaden war der okkulte Tanz der Mädchen im Wald, der Ausgangspunkt des Dramas war, inszeniert.

Wie Massenhysterie – ausgelöst durch Lüge und Intrige funktioniert – zeigte das Stück auf erschreckende Art. In der Rolle der durchtriebenen, bösartigen Abigail Williams, die - um von sich selbst abzulenken und einer Strafe zu entgehen – vor Gericht eine groteske Geisterkomödie abzog und unzählige ins Verderben riss, beeindruckte Marie. Je dichter Abigail und die Mädchen, die am Hexentanz im Wald beteiligt waren, ihr Intrigennetz spannen, desto mehr Menschen fielen dem Hexenwahn in Salem zum Opfer. John Proctor (Jan), in den Abigail verliebt war, eingeschlossen. Frei denken konnten „Die Physiker“ Newton (Kathrin), Einstein (Annika) und Möbius (Franziska) – alle drei Mörder und Simulanten – nur im Irrenhaus.

Bitterböse Komödie

Als die eigentliche Verrückte in der bitterbösen Komödie entpuppte sich die scheinbar so verständnisvolle Chefärztin Doktor Mathilde von Zahnd (Vanessa), die sich hinterrücks geistigen Eigentums bemächtigte und dadurch die Macht besaß, die Welt ins Verderben zu stürzen. Klassisch aufgebaut, arbeitete das Stück mit Überraschungsmomenten und Wendungen, die gemeinhin britische Kriminalstücke auszeichnen. Auf absurde Weise tappten die Physiker in eine ausweglose Situation.

 

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