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Handwerk und Ehrenamt

Geschwister-Scholl-Gymnasium will Schüler besser auf das Leben vorbereiten

 

LN v. 31.03.2012 -Geduldig übt Anna mit ihren Schützlingen das Subtrahieren und Dividieren. Die 14-Jährige ist eine von vielen Lernbertreuern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Dort wurde jetzt das Lernsystem umgestellt, um die Schüler frühzeitig in Richtung Berufsorientierung zu lenken und sie mehr an das Handwerk und das Ehrenamt heranzuführen. Zudem sollen die Gymnasiasten lernen, Verantwortung zu übernehmen.

„Wir wollen die Schüler noch besser auf das Leben vorbereiten“, erklärt Schulleiterin Antje Malycha. Und so umfasst der veränderte Stundenplan viele praktische Erfahrungstage. Ein erster Schritt ist, den Neuankömmlingen in der fünften Klasse ein gutes Gefühl zu verschaffen. Um das zu erreichen, gibt es einen „Klassentag“, an dem die jungen Gymnasiasten in gemeinsamen Spielen lernen, zu kommunizieren, zusammenzuhalten und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Der erste Durchlauf im vergangenen September kam bereits super an. „Es hat den Klassen unheimlich gut getan. Das Ankommen in der Schule ist viel intensiver“, berichtet Bianca Spickermann. Sie ist verantwortlich für die Berufsorientierung der Sekundarstufe I.

Ebenfalls neu ist eine Doppelstunde, in der Eltern der Schüler ihre Berufe vorstellen. Schon länger gibt es Ergänzungsstunden, in denen Lern- und Arbeitstechniken in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch besprochen werden. Zusätzlich dazu soll es nun einen Organizer geben. In das Heft werden sowohl Hausaufgaben notiert als auch private Dinge festgehalten. „Die Schüler sollen lernen, ihre Aufgaben ordentlich und strukturiert abzuarbeiten“, erläutert Antje Malycha.

Im sechsten Schuljahr steht schließlich das Ehrenamt im Mittelpunkt. Einen Tag lang begleiten die Schüler in kleinen Gruppen zum Beispiel die Mitarbeiter des Technischen
Hilfswerks oder der Caritas.

Das Handwerk spielt in Klasse sieben eine wichtige Rolle. Nach einem Vortrag erkunden
die Jungen und Mädchen am „Tag des Handwerks“ verschiedene Betriebe. „Oft wird das Handwerk für Gymnasiasten als nicht erstrebenswert aufgeführt. Dem wollen wir entgegenwirken“, macht die Schulleiterin klar. Den Schülern soll an dem Tag vermittelt werden, worauf es im Berufsleben ankommt. Die Schüler bekommen Aufgaben, deren Lösung sie später in einer Nachbesprechung vorstellen müssen.

In der achten Jahrgangsstufe werden Girls‘ und Boys‘ Days in den Lehrplan mit aufgenommen und ausführlich vor- und nachbereitet.

„Weil in der neunten Klasse die Berufswahl konkreter wird, besuchen wir mit den Schülern das Berufsinformationszentrum“, erklärt Bianca Spickermann den Plan für diese
Klassenstufe. Zeitnah folge eine Betriebsbesichtigung.

Um den Schülern ein Verantwortungsgefühl zu vermitteln und sie dafür zu sensibilisieren, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, hat das Geschwister-Scholl-Gymnasium Lern-, Sport- und Hausaufgabenbetreuer ins Leben gerufen. Dabei werden Schüler, die in bestimmten Fächern wie Mathe, Deutsch oder Englisch gute bis sehr gute Noten haben, in etwa 30 Stunden ausgebildet. Während dieser Zeit lernen sie, mit Kindern umzugehen. Zudem gibt es einen Erste-Hilfe-Kurs. Die Helfer stehen den jüngeren Schülern in der einstündigen Mittagspause zur Verfügung. Meist findet die Betreuung individuell mit einem oder höchstens zwei Schützlingen statt. Bei den Sportbetreuern können sich die Schüler beim Fußball oder Handball ordentlich austoben. In Ruhe die Hausaufgaben erledigen und dabei Hilfe bekommen, ist bei der Hausaufgabenbetreuung angesagt.