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Skalpell, Tupfer, Schere

Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums streifen einen Tag durch das Klinikum

LN v. 20.03.2012 - Das gleichmäßige Piepsen der Geräte gibt den Herzschlag des Patienten an, der mit aufgeschnittenem Bauch auf dem Operationstisch liegt. Ein vierköpfiges Team muss ein Stück des Dickdarms herausnehmen, um einen Tumor zu entfernen. Gebannt verfolgen Victoria, Eva, Norman und Dominik das Geschehen aus nächster Nähe.

Im Rahmen des Projektes „Schule trifft Chirurgie“ verbringen die vier Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums einen Tag im Klinikum Lüdenscheid, um den Ärzten
dort über die Schulter zu schauen. Gegen 7.30 Uhr trifft das Quartett im Krankenhaus
ein. Der Tag beginnt mit einer Ärztebesprechung. Unter Verwendung zahlreicher Fachbegriffe beratschlagen die Experten über Neuzugänge und den Tagesablauf. Um auch die Schüler über die einzelnen Fälle aufzuklären, nimmt sich Prof. Dr. med. Christoph Kelm die Zeit, den Inhalt der Gespräche für die Gymnasiasten zu übersetzen.

Im Anschluss teilt sich die Gruppe auf. Während sich Norman, Dominik und Eva über einen Monitor die Behandlung eines Leistenbruches und die Entfernung von Gallenblasensteinen anschauen, verschlägt es Victoria gemeinsam mit der Oberärztin
Dr. Kathrin Güngör auf die Station zu den Patienten.

Nach einem spendierten Frühstück macht sich die Gruppe frisch gestärkt auf den Weg zu einer Patientenbesprechung mit Dr. Güngör und Oberärztin Ellen Welsing. Die Schüler müssen ordentlich Gas geben, um an den Ärzten, die wieselflink über die Gänge huschen, dranzubleiben. In der Besprechung erfahren die Gymnasiasten, mit Einverständnis eines Patienten, die Krankheitsgeschichte des Mannes.

Den ganzen Tag über ist Dr. Güngör bemüht, den Schülern so viel wie möglich zu erklären. Dabei veranschaulicht sie ihre Erläuterungen immer wieder mit Zeichnungen. „Da schlagen zwei Herzen in mir. Zum einen möchte ich meiner Pflicht auf der Station nachkommen, andererseits sollen die Schüler aber auch etwas mitnehmen vom heutigen Tag“, erklärt die Oberärztin, während sie eilig zur Stationsübergabe läuft.

Dann wird es spannend – eine Dickdarmoperation steht an. In einem Vorraum ziehen die Schüler schnell die grüne OP-Kleidung, bestehend aus Hose, Hemd, Gummischuhen, Mundschutz und Kopfbedeckung, an. Bevor es in den eigentlichen Operations-Saal geht, müssen alle in einem Waschraum reichlich Desinfektionsmittel auftragen. Am OP-Tisch ist Dr. Ellen Welsing bereits bei der Arbeit. Es gilt, aufgrund eines Tumors einen Teil des Dickdarms zu entfernen.

Während des Eingriffs dürfen sich die Schüler außerhalb des sterilen Bereiches auf Fußbänke stellen und jeden einzelnen Handgriff genau beobachten. „Geht es allen gut?“, fragt Dr. Güngör in die Runde. Fasziniert blicken die Schüler auf den OP-Tisch. Dabei halten sie sich wirklich hervorragend. Keinem wird während des Eingriffs schlecht. „Im Fernsehen sieht es viel schlimmer aus. Es ist alles viel beweglicher, als ich dachte“, meint Norman.