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Schulen knüpfen Bildungsnetz enger

WR v. 19.10.11 - Bildung in der Region besser vernetzen – das streben die beiden Staberger Gymnasien an: Vertreter beider Schulen unterzeichnen Anfang November Kooperationsvereinbarungen mit der Fachhochschule Südwestfalen und der Uni Siegen. Das sei „bislang einmalig“ in der Region, betont Norbert Adam, Oberstufenlehrer am Scholl-Gymnasium. Das sei „für beide Seiten motivierend“, ergänzt Dr. Stefan Werth, Leiter des Zeppelin-Gymnasiums.

Bislang seien die Kooperationen eher „auf der Basis einzelner Fächer“ gelaufen, berichtet Werth – etwa in den Naturwissenschaften oder in Geschichte. Diese Basis werde nun deutlich breiter. Die Vorteile für die Schüler? Werth: „Sie bekommen einen kürzeren Draht zu den Hochschulen, um an Infos für die Studien- und Berufswahl zu gelangen. Dabei können sie sich dann auf die Kooperation berufen.“ Gerade die Uni Siegen zeichne sich „durch ein sehr großes Spektrum an Fächern“ aus, erläutert Werth. Trotz derzeit drastisch steigender Studierenden-Zahlen sei die Hochschule „überschaubar, der Kontakt zu den Lehrenden noch sehr entspannt“.

Sicher: Schon seit Jahren fahren etwa die Schüler der Physik-Leistungskurse gemeinsam nach Hagen, Siegen, Bochum oder Wuppertal, um sich dort über die aktuellen Studienangebot vor allem für angehende Ingenieure zu informieren, weiß Norbert Adam. Etwa bei Tagen der offenen Tür. Oder die Studienberater kamen auf Einladung in die Schule. Eine lose Kooperation also mit den verschiedenen Hochschulen, jeweils im jährlichen Wechsel.

Auch für Facharbeiten der Schüler sei der Kontakt etwa zur FH ideal, so Adam. Und erinnert sich an einen Jugendlichen aus dem Leistungskurs Chemie, der sein Praktikum am Kunststoff-Institut elegant mit seiner Facharbeit verband.

Adam sieht mit der Kooperation gute Chancen, die Gymnasiasten gerade für die technischen Berufe zu begeistern – wo die Unternehmen der Region doch händeringend Ingenieure suchen. Mit den Betrieben kooperieren die Schulen an der Schnittstelle zu Ausbildung und Beruf schon länger.

Durch die Vereinbarung bekomme die Kooperation mit der Uni in Siegen und vor allem mit der FH, die bekanntlich gerade am Bahnhof ihren Standort Lüdenscheid aufbaut, nun eine ganz neue Dimension, so Adam. Die bisherige Zusammenarbeit werde auf diese Weise endlich verbindlich.

Vorstellen kann sich Zepp-Schulleiter Werth auch eine Zusammenarbeit im Unterricht. Besichtigungen im Forschungslabor, Professoren zu Gast in der Schule – das habe es etwa in der Unter- und Mittelstufe schon gegeben. Und sei ebenso ausbaufähig wie der Bereich Projekt-Wochen.

Am Ende sind es vier Vereinbarungen, die unterschrieben werden – für jedes Gymnasium und jede Hochschule zwei. Allerdings rein formell, heißt es. Die Kooperationen seien weiterhin ein gemeinsames Projekt der Staberg-Gymnasien, betont Werth.

Kooperationsvertrag besiegelt

Staberger Gymnasien, Fachhochschule Südwestfalen und Uni Siegen wollen zusammen-arbeiten

LN v. 11.11.11 - Als Maßnahme gegen den befürchteten Fachkräftemangel in Südwestfalen unterzeichneten die Schulleiter der Staberger Gymnasien, Rektor Prof. Dr. Franz-Josef Klein von der Universität Siegen und Detlev Patzwald, Vizepräsident der Fachhochschule Südwestfalen, gestern einen Kooperationsvertrag. "Es ist für die Region überlebenswichtig, dass wir uns gemeinsam um die jungen Leute bemühen", sagte Dr. Stefan Werth, Schulleiter des Zeppelin-Gymnasiums. Dabei komme der Zusammenarbeit mit den beiden regionalen Hochschulen eine besondere Bedeutung zu. "Lassen Sie uns aus diesem Vertrag eine lebendige Vereinbarung machen", appelierte Werth an die Vertragspartner.

Bürgermeister Dieter Dzewas beschwor die "Strahlkraft einer Region", die in der Zukunft darauf angewiesen sein wird, "dass junge Leute von außen angesprochen werden, in den Märkischen Kreis zu kommen". Und dem heimischen Nachwuchs müsse deutlich gemacht werden, dass auch hier erfolgreiche Karrieren lockten. Die internationale Verflechtung der heimischen Unternehmen schließe dabei ja nicht aus, dass der Nachwuchs beruflich auch den Duft der großen weiten Welt schnupperte: "Es müssen nicht immer Berlin, München oder die europäischen Metropolen sein."

Prof. Dr. Franz-Josef Klein, 'Rektor für Lehrer, Lehrerbildung und lebenslanges Lernen' der Universität Siegen, beschrieb die unterschiedlichen Anforderungen an die Universitäten in den kommenden Jahren: Erst sorge der doppelte Abiturjahrgang 2013 für einige Jahre lang für zusätzlichen Personalbedarf. Anschließend stehe eine Phase starker Konkurrenz zwischen den Universitäten bevor - ganz nach der Devise "Wo kriegen wird die besten Studenten her?" In dieser Situation seien Schulen und Hochschulen wechselseitig in besonderer Weise aufeinander angewiesen.