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Sprachreise nach Hastings 2011

Bericht von Hande (8a)

Samstag, 15. Oktober 2011

Am Samstag fuhren wir, d. h. 48 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 und 9, gemeinsam um 7.00 Uhr von der Schule aus nach Hastings. Die Fahrt dauerte ungefähr zehn Stunden. Unsere aufgeregte Gruppe wurde von Frau Johannvordersielhorst, Frau Schmidt, Frau Strecker und Herrn Schauß begleitet.

Nachdem wir in Hastings von unseren englischen Gasteltern abgeholt worden waren, besuchten einige von uns abends am Strand das alljährliche Stadtfest, das uns mit einer riesigen Parade und einem gewaltigen Feuerwerk begeisterte.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Um 8.30 Uhr trafen wir uns alle am „Boating Lake“ und fuhren von dort nach Canterbury. Dort angekommen schossen wir ein Gruppenfoto und durften anschließend zunächst die Stadt erkunden oder in Begleitung von Frau Johannvordersielhorst das "Roman Museum" von Canterbury, wo wir uns über die römische Geschichte Canterburys informieren konnten, besuchen. Um 12.20 Uhr besichtigten wir die Attraktion „Canterbury Tales“. Anschließend hatten wir Freizeit und besuchten am Nachmittag die Canterbury Cathedral, wobei der Eintritt zur Abendandacht kostenlos war. Unsere Begeisterung für die Stadt und Canterbury Cathedral war sehr groß.

Um 16.30 Uhr ging es zurück nach Hastings, wo alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein englisches Abendessen mit den Gastfamilien hatten.

Montag, 17. Oktober 2011

Am Montag wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und zu verschiedenen Zeiten durch die Altstadt von Hastings geführt. Jede Gruppe bekam einen englischsprachigen Reiseführer.
Dieser führte uns zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Altstadt, die wir alle eifrig fotografierten. Chris, unser Stadtführer, erzählte sehr spannend, sodass wir nicht einmal daran dachten, ihn zu unterbrechen.

Nach dieser kleinen Tour durch Hastings hatten wir ein wenig Freizeit, die einige von uns am Strand oder auf der Strandpromenade verbrachten. Um 11 Uhr ging es mit dem West Hill Cliff Lift, einer Art Zahnradbahn, die die Klippen von Hastings hinauffährt, zum Hastings Castle und zu den „Smugglers' Caves“, den alten Schmugglerhöhlen in den Klippen der Stadt, wo früher die Schmuggler ihre „heiße Ware“ vor dem Zoll versteckten. Heute ist dort ein interaktives Museum mit "gruseligen" Effekten.

Nachmittags hatten wir dann zum ersten Mal Sprachunterricht, der von Mark, Marianne und Abby durchgeführt wurde, welche uns alle mit Begeisterung unterrichteten. Die drei waren sehr nett und gingen auf alle unsere Fragen ein. Wir redeten mit Mark über Schokolade in England, mit Marianne spielten wir ein spannendes Rollenspiel und mit Abby diskutierten wir über alles Mögliche. Nach dem Unterricht gingen wir alle zufrieden nach Hause, wo unsere Gastfamilien schon mit dem Abendessen auf uns warteten.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Am Dienstag stand endlich der ersehnte erste Londonbesuch an. Als erstes besuchten wir das „Royal Observatory“ in Greenwich und schossen zuvor an der Tür ein Gruppenfoto.
Nach dem Besuch hatten wir Freizeit, die wir auf dem Gelände des „Royal Observatory“ verbrachten. Wir aßen und tranken und konnten es kaum erwarten, endlich in der Innenstadt von London zu sein.

Nach der kurzen Pause gingen wir alle zusammen zum Bootssteg von Greenwich Pier und wurden gemeinsam mit anderen Passagieren von der City Cruises die Themse entlang nach London, genauer gesagt, zum Tower of London, gefahren. Sehnsüchtig schauten wir nach draußen und hofften, den Big Ben oder das London Eye zu entdecken. Als dann die Tower Bridge in Sicht kam, drängten sich alle an die Fenster und machten so viele Fotos wie möglich. Wir waren glücklich und aufgeregt und wollten nur noch aussteigen und die Straßen von London unsicher machen.

Als wir dann endlich aussteigen durften, besuchten wir zuerst alle Sehenswürdigkeiten. Wir gingen mit einem Lächeln im Gesicht zuerst zur Tower Bridge, wo wir den wunderschönen Ausblick genießen durften. Man konnte von der Tower Bridge aus die Themse und die Stadt sehen. Natürlich machten wir sehr viele Fotos, um diese unglaubliche Aussicht bei dem tollen Wetter festzuhalten. Im Inneren der Brücke lasen wir alles über die große Brücke von London und schauten uns viele Kurzfilme darüber an.

Nach dem Besuch der Brücke besichtigten wir natürlich auch noch den Tower of London, wo wir uns auch die Kronjuwelen der Königin ansahen. Einige von uns haben versucht den Wachen eine Gesichtsregung abzuringen, aber ohne Erfolg!

Nachdem jeder etwas mehr über die Brücke und den Tower erfahren hatte, fuhren wir mit dem Themseboot weiter. Und da war es: das London Eye - 135 Meter hoch und somit das größte Riesenrad in Europa. Und darauf wollten wir! Zunächst aber schauten wir uns einen Film in 4D an!
Wir gingen zusammen in ein Gebäude, wo wir unsere Tickets bekamen und dazu noch schicke Brillen, damit wir auch alles in 4D zu sehen bekamen.
Während des Films wurden wir mit Wasser bespritzt, es regnete auf uns herab und wir konnten ums London Eye „fliegen“. Alles war zum Greifen nahe und die Nebeneffekte waren Highlights, die alles noch viel spannender machten.

Nach dem Film begaben wir uns zum Riesenrad, wo zunächst aus Sicherheitsgründen unsere Taschen untersucht wurden. Dann stiegen wir zu 25 Leuten in eine Gondel und fuhren los. Von oben konnten wir den Big Ben und die Themse sehen, während die Menschen unter uns immer kleiner und kleiner wurden. Am höchsten Punkt konnten wir fast die ganze Stadt sehen und die Menschen unter uns sahen Ameisen schon erstaunlich ähnlich.

Wieder unten angekommen sahen wir uns auf dem Jubilee Walk um. Wir aßen noch unsere letzten Cheeseburger und schossen die letzten Fotos, bevor die Lehrerinnen und Lehrer uns mitteilten, dass es Zeit war, zu gehen. Traurig und müde von dem anstrengenden Tag gingen wir zurück zum Bus, wo unserer Busfahrer Wilfried schon auf uns wartete. Es war ein toller Tag in London, den alle sehr genossen haben.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Am nächsten Morgen mussten viele von uns noch an den vergangenen Tag denken. Wir trösteten uns mit dem Gedanken, am Donnerstag wieder in London zu sein. Heute fuhren wir erst einmal nach Rye, einer gemütlichen und schönen mittelalterlichen Stadt, in der man sich die Zeit in den uralten Gassen mit ihren urigen Lädchen vertreiben konnte. Für 10 Uhr hatten wir eine Show gebucht, die die Geschichte von Rye anhand eines beleuchteten Stadtmodells porträtierte. Während der Show erzählte uns eine Frauenstimme viele spannende Legenden und faszinierende Geschichten über das frühere und jetzige Rye. Vielleichte steckte doch mehr hinter der kleinen Stadt, als wir gedacht hatten? Ja! Nach der Show hatten wir dann noch Zeit, die in der Show vorgestellten Häuser und Straßen zu besichtigen.

Anschließend wurden wir zurück nach Hastings gefahren und hatten die Möglichkeit, den East Hill per Lift oder zu Fuß zu besteigen und die Aussicht zu genießen (der Lift war leider außer Betrieb). Manche von uns wollten sich ohnehin lieber in der Stadt oder am Strand aufhalten, aber einige hochmotivierte Schülerinnen und Schüler wollten unbedingt die tolle Aussicht sehen und beschlossen, die ganzen 162 Treppenstufen hochzusteigen. Der Weg dahin war für einige vielleicht schwer, aber als wir oben waren, wussten wir, dass es sich gelohnt hat, weil man von hier über die ganze Stadt und den Strand blicken konnte. Schon bald mussten wir uns von diesem Anblick trennen, weil die Freizeit sich dem Ende zu neigte.

Von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr hatten wir wieder Unterricht bei Abby, Marianne und Mark. An unserem letzten Unterrichtstag veranstalteten wir einen „Recycling-Wettbewerb“. Abby, Marianne und Mark hatten eine Liste für uns gemacht, die voller Sachen waren, die wir am Kieselstrand finden würden. Wir sollten aus dem ganzen Müll etwas bauen, das uns an England erinnerte.

Wir bildeten verschiedene Gruppen und bauten das, was uns gefiel. Den Kunstwerken konnte die Mona-Lisa nicht das Wasser reichen, was uns natürlich auch bewusst war. Stolz präsentierten wir den englischen Lehrern unsere Skulpturen und schauten in ihre Pokerfaces. Sie zuckten nicht einmal mit der Wimper. Sie sagten zwar nur „nice“ and „good idea“, doch wirklich überzeugend klang es nicht - besonders, weil sie es zu jeder Skulptur gesagt hatten. Die Spannung stieg und niemand wusste, wer im Vorteil war. Wir hofften auf das Beste.

Am Ende des Unterrichts stand das Ergebnis endlich fest. Gespannt versammelten wir uns in einem Raum, kreuzten unsere Finger und drückten unsere Daumen. „The decision wasn´t easy.“, fing Marianne dann klischeehaft an und schaute uns an. Unsere Herzen schlugen schneller und wir dachten alle an die Preise, die die Gewinner bekommen würden. „The winners are the members of the group with the fish“, sagte Mark - und dann jubelte eine Gruppe los. Neidisch klatschten die anderen und schauten sich die Gewinner an. Felicitas, Tom, Wilbert und ich waren die Recycling-Sieger und bekamen Lollys und englische Schokolade. Das war der letzte Unterrichtstag. Leider würden wir die drei englischen Lehrer nie wiedersehen!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Endlich! Heute stand ein weiterer Tag in London an! Wir würden das erste Mal mit der U-Bahn fahren und das freute alle sehr, obwohl es in der Bahn sehr eng und die Gefahr, dass etwas geklaut werden könnte, sehr groß war. Wir mussten gut auf unsere Sachen aufpassen, schauten uns jeden genau an und gaben uns gegenseitig Rückendeckung.

Im Museumsviertel in South Kensington konnten wir uns entscheiden, ob wir ins Natural History Museum oder ins Science Museum gehen wollten. Im Natural History Museum ging es um Dinosaurier und alte Naturgeschichte, während das Science Museum ein Wissenschaftsmuseum war. Wir sahen uns die beiden Museen an und besuchten um 13.00 Uhr Madame Tussaud´s, worauf viele von uns sehnsüchtig gewartet hatten. Wir wollten mit so vielen Promis wie möglich aufs Foto. Es gab sogar ein Horror-Kabinett, durch das wir gehen konnten und in dem wir von Schauspielern erschreckt wurden. Wir hatten alle viel Spaß und ließen uns Zeit, um auch wirklich jeden Star zu finden und zu fotografieren. Viele von uns waren am Ende auch zufrieden, doch für manche war es eine Enttäuschung, weil sie nicht diejenigen „treffen“ konnten, auf die sie gehofft hatten.

Danach durften wir endlich London und die Läden erkunden und alles kaufen, was wir wollten, sofern wir genug Geld hatten! Die Straßen waren voller Menschen und Autos und jeder sah anders aus. Es waren viele Asiaten und Inder dabei, aber natürlich auch sehr, sehr viele Engländer! Leider hat niemand von uns einen Promi getroffen, doch wir hatten unsere Lehrer. Das hat uns gereicht!

Abschließend fuhren wir noch nach Covent Garden, wo wir in den alten Markthallen Londons noch Freizeit hatten. Hier befanden sich viele Läden und Restaurants. Auf den Plätzen vor den Geschäften waren Gaukler, Jongleure und Musiker, die dort für die Touristen ihr Können bewiesen.

Glücklich und zufrieden, aber auch etwas traurig, dass der schöne Tag nun vorbei war, gingen wir abends zum Bus und fuhren wieder zurück nach Hastings. Das würde der letzte Abend bei den Gastfamilien sein. Nun mussten wir alle unsere sieben Sachen packen und uns von allem verabschieden, was wir in den sechs Tagen lieb gewonnen hatten.

Freitag, 21. Oktober 2011

Der Abschied von den Gastfamilien und auch von der Stadt Hastings viel allen sehr schwer. Niemand von uns wollte schon wirklich nach Hause.

Auf dem Rückweg machten wir Halt in Dover, wo wir uns Dover Castle ansehen konnten, eine uralte Burg auf den White Cliffs of Dover, die sehr gut erhalten ist und einen tollen Ausblick über das Meer und die Kanalküste bietet.

Nach dem Aufenthalt in Dover ging es dann schließlich über den Ärmelkanal, per Fähre zunächst nach Frankreich, und dann wieder Richtung Lüdenscheid. In Lüdenscheid bedankten wir uns alle ganz herzlich bei unserem treuen Busfahrer Wilfried, der uns jeden Tag in England herumkutschiert hatte. Das war wirklich eine sehr schöne Woche, die wir sicher nie vergessen werden, und wir waren alle froh, an dieser Fahrt teilgenommen zu haben.