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Klassenfahrt ins Zillertag

Bericht von Emma, Sanem und Alessia (9c)

Am Freitag, d. 01.02.2013, stand die Fahrt ins Zillertal an. Um 21 Uhr ging es endlich los, wenn auch mit viel Trubel. Alle waren total aufgeregt und wussten nicht, wohin es ging.
"In welchen Bus soll ich steigen? Wo ist mein Koffer? Wo sind meine Freunde?" - Fragen über Fragen und trotzdem haben wir es irgendwie ins Zillertal geschafft. Also das ist schon mal ein wohlverdienter Sieg, meinen wir. Trotz der Nachtfahrt waren alle super gelaunt.

Nachdem wir um 7 Uhr morgens im Jugendhotel angekommen waren, brauchten alle erst einmal ein schönes Frühstück. Noch müde und erledigt von der langen Fahrt schoben wir uns alles, was man kriegen konnte, ohne Rücksicht auf Verluste sofort in den Mund. Während wir noch auf unsere Zimmer warten mussten, machten einige das Esszimmer zum Schlafzimmer und schliefen am Tisch ein. Dann die große Frage: Wer geht mit wem auf ein Zimmer? Nach langem Hin und Her hatten wir auch dieses Problem geklärt und waren nun bereit, unser neues Zuhause für eine Woche zu beziehen.

Nachdem die Zimmer einigermaßen schlafbereit und gemütlich aussahen, gingen einige zum nahegelegenen Supermarkt, um sich reichlich mit Süßem zu versorgen. Chips, Bonbons und Schokolade durften in keinem Zimmer fehlen, auch wenn es so mancher vielleicht übertrieben hat. Beim Einkauf wurden viele Dinge begutachtet, die es so in Deutschland nicht gibt. Bei den Mädchen war Hello-Kitty-Toilettenpapier der totale Renner. Nachdem die Einkäufe erledigt waren, hieß es erst einmal Faulenzen und Süßigkeiten futtern. Natürlich wollten alle die Zimmer der Anderen sehen und so war ein großes Chaos auf den Fluren: Wo ist dein Zimmer? Wem gehört dieses Zimmer? Und so weiter...

Obwohl ab 21 Uhr alle auf ihren Zimmern sein mussten und eine halbe Stunde später Nachtruhe war, gab es noch sehr viel zu lachen. Als es langsam dunkler wurde, wurde es immer leiser und leiser. In der ersten Nacht schliefen alle tief und fest und man hörte keinen Pieps mehr, bis am nächsten Morgen der Wecker klingelte. Beim Aufstehen konnten die Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Weckrufen so manchen nicht aus dem Bett holen, so dass manche Langschläfer beim Skifahren ein schönes Röckchen tragen mussten.

Sofort nach dem Frühstück gingen wir alle in den Keller, um unsere Skiklamotten zu holen. Wenn drei Klassen gleichzeitig ihre Sachen aus einem kleinen abgedunkelten Raum holen wollen, kann das nur schiefgehen. „Wo sind meine Sachen? Ich finde meine Sachen nicht“, hörte man im Sekundentakt. Nach einer 30-minütigen Busfahrt, die uns allen vorkam wie eine 20-stündige Fahrt, ging alles ganz schnell. Wir fuhren mit den Gondeln bis auf 2000 Meter Höhe hinauf auf die Berge, inklusive toller Aussicht.

Beim Skifahren gab es mehrere Gruppen: Anfänger, die zuvor noch nie auf Skiern gestanden hatten, Fortgeschrittene, die schon einigermaßen gut fahren konnten, und Profis, die schon seit vielen Jahren Ski fahren, sowie Snowboarder. Das Aufwärmprogramm war anfangs gewöhnungsbedürftig, da man auf den Skischuhen schlecht gehen konnte, wenn man sie zum ersten Mal an hatte. Es war schon ein komisches Gefühl, über 1,50 Meter lange Bretter unter den Füßen zu haben und den Berg herunterzufahren.

Auf verschiedenen Pisten fuhren wir dann schnell oder langsam, das war egal, die Berge hinunter. Die Profis wagten sich natürlich schon auf die roten und schwarzen Pisten, die sehr steil bergab gingen, während sich die Anfänger und Fortgeschrittenen vorerst auf den blauen und sogar teilweise schon auf den roten Pisten vergnügten.

Nach ca. 4 Stunden Fahrt trafen wir uns dann in der Berghütte zum Mittagessen, wo wir uns über unsere bisherigen Erlebnisse austauschten. Nach ungefähr einer Stunde und gut ausgeruht ging es dann wieder auf die Piste. Langsam bekam man ein Gefühl fürs Skifahren und es begann richtig Spaß zu machen. Wir fuhren bis in den Nachmittag hinein.

Beim Abendessen nahmen die Unterhaltungen ihren Lauf. Unsere Lehrerinnen und Lehrer erklärten uns, wie der nächsten Tag ablaufen würde. Danach gingen wir auf unsere Zimmer. Alle waren schlapp. Bei manchem Skifahrer kündigte sich ein Muskelkater an, sodass wir glücklich waren, dass so mancher einen ganzen Arztkoffer mit sich trug, um die Kranken versorgen zu können. Nachdem alle Besuche in den anderen Zimmern gemacht worden waren, bereiteten wir uns auf den nächsten Tag vor, der unbedingt so lustig werden sollte, wie der vorherige.

Nachdem sich auch am Montag alle mehr oder weniger wach auf dem Parkplatz zusammengefunden hatten, um auf den Bus zu warten, war schnell klar, dass wir heute etwas länger warten müssten als am Tag zuvor. Da es über Nacht mindestens 20 Zentimeter Neuschnee gegeben hatte und es auch kräftig weiterschneite, verspätete sich der Bus um fast eine Stunde, die wir frierend in der Kälte verbringen mussten. Als der Bus schließlich doch noch eintrudelte und wir uns hineinquetschten, dauerte es noch um die 45 Minuten, bis wir uns im Skigebiet von Gondeln den Berg hinauftragen lassen konnten.

Oben angekommen hieß es wieder: Aufwärmen! Mit lustigen Übungen schüttelten wir uns die Kälte vom Leib und machten uns dann in unseren Gruppen auf den Weg zu einem der zahlreichen Lifte im Hochzillertal. Wir schnallten unsere Skier unter die Füße und fuhren los. Die Zeit verging trotz starkem Schneefall und schlechter Sicht sehr schnell.

Die „Profi-Gruppe“ fuhr heute mit ihren Betreuern Stefan und Christoph die Abfahrt nach Aschau herunter, einem Ort, von wo aus man mit einem Skibus wieder zurück zur Talstation der Gondel fahren konnte. Dieselbe Abfahrt waren wir am Sonntag bereits zweimal gefahren. Allerdings war der Schnee heute nicht ganz so weich und etwas harschig, sodass die Abfahrt bei den meisten nicht ganz so gut gelang.

Schnell war auch dieser Skitag endgültig vorbei und die wir begaben uns in die Après-Ski-Hütte, um auf den Bus zu warten. Als der dann kam, stellte sich heraus, dass das Busunternehmen ein viel zu kleines Fahrzeug geschickt hatten, bei dem es unmöglich war, um die 90 Schülerinnen und Schüler von unserer Schule plus Schülercoaches plus Lehrer und die Gruppe, mit denen wir uns unsere Unterkunft teilten, hineinzuquetschen. Also musste ein Teil der Gruppe warten, bis der Bus eine weitere Runde gedreht hatte. Irgendwann war auch diese Warterei überstanden.

Abends bot sich uns dann die Möglichkeit, an einem Spieleabend teilzunehmen, doch viele waren selbst dafür viel zu fertig und verbrachten die Zeit bis zur Bettruhe lieber auf ihren Zimmern. Nachdem alle Lichter in den Zimmern erloschen waren, konnte man noch bis spät in die Nacht leise Stimmen vernehmen. Aber so muss es schließlich auf einer Klassenfahrt auch sein, nicht wahr?

Am Dienstag hatte sich das Wetter im Vergleich zum Vortag verbessert und so war es nicht mehr ganz so kalt. Auch die, die sich bis jetzt noch nicht ganz mit dem Skifahren hatten anfreunden können, waren nun mit Spaß bei der Sache. Bei Sonnenschein genossen wir unsere letzten Abfahrten des Tages. Am Abend schaute sich ein Teil der Gruppe einen Film über Skifahrer und Snowboarder an, während sich der Rest auf die Zimmer zurückzog, um sich mit Freunden zu unterhalten. Wieder redeten wir bis tief in die Nacht.

Der Mittwoch begann wie die Tage zuvor: Skier, Helm, Skischuhe aus dem Keller holen, Skipass kontrollieren, in den Transferbus einsteigen und los ging es. Natürlich waren wir noch ein wenig müde, aber das machte nichts, denn viele Anfänger freuten sich schon darauf, auf der roten Piste zu fahren. Bei Sonnenschein und schöner Aussicht machte das Fahren gleich doppelt so viel Spaß.

Um 19.00 Uhr stand eine Fackelwanderung auf unserem Programm. Nach der Ankunft am Rattenberg schauten wir uns im Dunkeln das interessante Dorf von oben aus an. Nach der Erkundung des Ortes durfte sich jede Klasse ein Lied aussuchen und dieses anschließend den anderen vorsingen. Die Klassen 9a und 9b sangen „Happy Birthday“ für das Geburtstagskind Jacqueline, die Klasse 9c wählte das Lagerfeuerlied von Spongebob. Danach waren die Lehrer und Coaches mit Tanzen und Singen an der Reihen. Bevor wir uns auf den Weg zurück zum Alpenhotel begaben, machten wir etliche Videos und Fotos zur Erinnerung.

Am Donnerstagabend erwartete uns etwas ganz Anderes: mit großen Instrumenten, bunten Kleidern und blau angemalten Gesichtern kamen die Schlümpfe und fingen an zu singen. Wir hätten beinahe vergessen, dass Weiberfastnacht war!! Zusammen haben wir gelacht, getanzt, gesungen und natürlich Fotos gemacht.

Der nächste Tag war leider unser letzter Skitag. Nach dem Mittagessen trafen wir uns in unseren Klassen, um uns gegenseitig zu zeigen, was wir in diesen sechs Skitagen gelernt hatten: Die Anfänger können zwar noch nicht perfekt fahren, aber auch sie können jetzt Skifahren. Und es war eine gute Erfahrung für sie.

Ohne Verletzungen kamen wir auch am letzten Tag im Alpenhotel an. Müde von der anstrengenden Skiwoche, traurig darüber, nicht mehr Ski zu fahren zu können, und voller Vorfreude auf zu Hause packten wir unsere Koffer. Nach zehnstündiger Busfahrt trafen wir am Samstag wieder in Lüdenscheid ein. Als wir unsere Familien nach neun Tagen wiedersahen, umarmten wir diese fest. Natürlich hatten wir auch unser Zuhause vermisst. Nun vermissten wir das Skifahren und das Zillertal.

Alles in Allem war es eine sehr schöne und eine sehr interessante Klassenfahrt, die wir nie vergessen werden. Dafür bedanken wir uns bei allen Lehrern, die das Ganze organisiert haben und die ganze Woche auf uns aufgepasst haben. Vielen Dank!