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Iter Romanum quartum

Bericht von Jan-Phillip (EF)

Auch in diesem Jahr fuhren 38 Schülerinnen und Schüler der Lateinkurse der EF (Jgst. 10) mit dem Latinum in der Tasche unter der Leitung von Herrn Dr. Herrmann in Begleitung von Frau Herrmann, Herrn D. Drees und Frau Drees nach Rom. Die Reise startete am Sonntag, d. 14.07.2013, gegen Mittag am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Von dort aus ging es zum Flughafen Köln/Bonn, wo wir nach Rom abflogen. Nach einem ruhigen Flug landete die Gruppe am Abend bei bestem Wetter in Rom. Darauf ging es erst einmal zu unserem Hotel, welches in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn-Station Garbatella, also nur zwei Stationen entfernt von der Innenstadt, lag. Nach dem Beziehen der Zimmer ließ die Gruppe den Abend in einer typisch italienischen Pizzeria ausklingen.

Direkt am ersten Tag besichtigten wir einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Rom. Angefangen mit dem Circus Maximus über das Kolosseum, den Titusbogen bis zum Forum Romanum. Für die nötigen Hintergrundinformationen wurden vor Beginn der Fahrt an alle Schülerinnen und Schüler Referatsthemen zu den einzelnen Monumenten vergeben, die dann vor Ort gehalten wurden. So hörte die gesamte Gruppe während der Fahrt unterschiedlichste Referate, welche die einzelnen Themen durchweg sehr informativ und gelungen präsentierten. Vom Forum Romanum aus wanderte der Kurs zum nahegelegenen Kapitol, an welchem wir den Vormittag beendeten, denn mittlerweile waren die Temperaturen für den typischen Lüdenscheider kaum mehr auszuhalten. Auf dem Rückweg zur U-Bahn besichtigten wir jedoch noch die Kirche Santa Maria in Aracoeli mit ihrem legendären Himmelsaltar, welcher auf die Vision von Kaiser Augustus zurückzuführen ist. Diese monumentale Architektur und die prunkvollen Verzierungen der Kirche brachten alle Schülerinnen und Schüler zum Staunen.

Schon seit den ersten Besiedlungsversuchen in Rom durch die Etrusker spielte der Tiber eine zentrale Rolle für Rom. So entstanden in der Nähe des Tibers wichtige Institutionen, wie zum Beispiel das älteste Krankenhaus Roms, zu welchem wir auch ein Referat hörten. Da wir über den Tag viel gelaufen waren, hatten am Abend alle großen Hunger und wir machten Rast in Trastevere, dem wohl verwunschensten und schönsten Viertel Roms. In dieser idyllischen Atmosphäre der untergehenden Sonne bestiegen wir den Gianicolo,  einen Hügel, von dem man ganz Rom überblicken kann. Bei der ersten Dämmerung schlugen wir dann den Rückweg zum Hotel ein, denn der nächste Tag sollte ebenfalls sehr anstrengend werden.

 

Neben den bekannten Wahrzeichen Roms gibt es auch einige Geheimtipps, die viel über die Geschichte Roms erzählen und über das, was einem sonst verborgen bleibt. Genau so ein Geheimtipp sind die Katakomben von San Clemente, einer Kirche Roms. Lange Zeit waren diese Katakomben verschlossen, doch seit kurzem sind sie wieder geöffnet und geben Auskunft über den Mithraskult, einen römischen Mysterienkult. Vorbei an diversen archäologischen Ausgrabungsstätten ging es mit dem Bus auf der Via Appia, der antiken Ausfahrtsstraße Roms zu den Calixtus-Katakomben. Bei einer Führung durch die Calixtus-Katakomben erfuhren wir einiges aus den Zeiten der Christenverfolgung unter Kaiser Domitian. Von den Katakomben aus ging es zu der unscheinbaren, aber berühmtem Kirche Quo Vadis, in der nach einer Legende Jesus auf Petrus getroffen sein soll.

Am Nachmittag zog es uns zum Piazza Navona, auf welchem der Vierströmebrunnen steht. Direkt in der Nähe befindet sich auch die französische Nationalkirche. Am Abend traten mehrere kleine Grüppchen einen sogenannten Giro, einen Rundgang ohne Ziel, an und fingen die Atmosphäre, die auf den Plätzen und in den Cafés Roms herrscht, ein.

Der nächste Tag wird einigen wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben. Denn am Morgen besuchten 17 Schülerinnen und Schüler um sieben Uhr eine deutsche Messe im Vatikan. Im Nachhinein stellte sich dann heraus, dass der Gottesdienst vom Präfekten der Glaubenskongregation der katholischen Kirche, Kardinal Ludwig Gerhard Müller, geleitet wurde. Diese Stellung ist die dritthöchste Stellung in der katholischen Kirche und für die gläubigen Katholiken, aber auch für alle anderen war es eine große Überraschung mit dem Kardinal nach der Messe noch ein kleines Gespräch führen zu können.

Anschließend besichtigte dann wieder die vollständige Gruppe den Petersdom, der alle sehr beindruckte und die Schülerinnen und Schüler durch die kunstvolle Gestaltung in seinen Bann zog. Daraufhin folgte das Begehen des Campo Santo Teutonico im Vatikan.
In kritischen Zeiten musste sich der Papst aus dem Vatikan in die Engelsburg retten, wozu ihm ein Gang diente, der wie eine Mauer aussah. An dieser Mauer entlang gingen wir zur Engelsburg. Nach einer kurzen Eispause gingen wir zum eigentlichen Wahrzeichen Roms, dem Pantheon. Dieser Tempel aller Götter faszinierte uns sehr, denn die Kuppel des Pantheons und das Grab Raphael Santis sind sehr beeindruckend.

Doch leider neigte sich die Reise langsam dem Ende zu und am letzten Abend warfen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch eine Münze in den Trevibrunnen, was bedeutet, dass man noch einmal nach Rom zurückkommt. Danach hatten wir an der Spanischen Treppe noch etwas Freizeit.

Am nächsten Tag wanderten wir morgens auf den Spuren Goethes in Rom und gingen zum Grab von Goethes Sohn auf dem nicht katholischen Friedhof. Zum krönenden Abschluss besuchten wir noch die Basilica Sankt Paul vor den Mauern. Diese Basilica ist für ihre Größe und die eindrucksvollen Fresken und Wandmalereien weltberühmt. Bei einem Abschlusseis konnten wir alle Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen. Gerne wären wir noch länger dort geblieben.

An dieser Stelle geht der Dank aller Schülerinnen und Schüler an Herrn Dr. Herrmann und Herrn Drees sowie deren Ehefrauen für die tolle Organisation und das Engagement, welches diese Reise so besonders gemacht hat.