Zurück

Hai-Alarm auf der Rennbahn

Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums erreichen fünften Platz bei Wettbewerb 'Formel 1 in der Schule'

LN v. 11.05.13 - Es sieht aus wie ein Spielzeug und ist nur wenige Zentimeter größer als ein Carrera-Auto. Doch bei dem Mini-Rennwagen mit dem aufgemalten Haifischkopf handelt es sich um ein kleines Meisterwerk junger Ingenieurskunst, in dem viele Stunden Arbeit und vor allem innovative Ideen stecken. Am vergangenen Wochenende schaffte es das Team 'Hai Speed Racing' in der der Senioren-Wertung auf Platz fünf der Deutschen Meisterschaft des internationalen Technologie-Wettbewerbs 'Formel 1 in der Schule'.

Hinter 'Hai Speed Racing' stehen die Schüler Marc (17), Marco (16), Max (17) und Thorben (17). Mit ihrem kleinen, aber außerordentlich schnellen Gefährt haben sie sich direkt an einem der erstaunlichsten Räuber der Meere, dem Hai, orientiert. Neben dem fünften Platz sicherten sich die Jugendlichen außerdem den Titel als schnellstes Auto beim "Knock-Out-Rennen".

 

Zunächst sah es allerdings gar nicht gut für die Jungs aus, denn bei der NRW-Meisterschaft im Februar landeten sie nur auf dem dritten Platz und qualifizierten sich damit nicht für die Deutsche Meisterschaft. Nachdem ein anderes Team jedoch ausfiel, wurde "Hai Speed Racing" nachnominiert.

Die nun sehr kurzfristige Bestätigung der Teilnahme brachte allerdings Probleme mit sich. Eigentlich wollten die Jugendlichen noch neue Fahrzeuge für die Meisterschaft bauen, doch die Zeit war zu knapp. "Wir hatten einen Zeitnachteil von fünf Wochen und es war nur noch möglich, einzelne Komponenten wie die Räder oder die Spoiler anzufertigen", erklärt Thorben.

Kurz vor der Meisterschaft arbeitete das Team bis zu 13 Stunden täglich an ihrem Projekt. Die Schule wurde in der Zeit etwas vernachlässigt, wie die Jungs zugeben. "Da brauchten wir viel Durchhaltevermögen, um den Schlafmangel und den Zeitdruck durchzustehen", sagt Marco. Fast täglich skypte das Team miteinander und tauschte sich aus.

Beim Design ihres Chassis bediente sich das Team direkt am tierischen Vorbild aus dem Meer. Denn das Gefährt besitzt neben einer künstlichen Hai-Haut, welche die Aerodynamik verbessert, auch ein eigens von den Jugendlichen patentiertes "Revolverreparatursystem", das sich am Gebiss des Hais orientiert und den Austausch der Räder deutlich beschleunigt.

Bei der Herstellung des Wagens halfen über 20 Sponsoren mit, die das Team nicht nur finanziell, sondern auch mit Sachspenden unterstützten. Hilfe bekamen die Jugendlichen auch aus Übersee: Ein amerikanisches Unternehmen stellte kostenlos ihre Software zur Simulation eines Windkanals zur Verfügung. Daneben waren auch die PR- und Entertainerfähigkeiten der Vier gefragt. Denn die Fachjury musste vor Ort mit einer Präsentation und einem 20-seitigen Portfolio überzeugt werden.

Die Mühe hat sich gelohnt: Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich das Team mit Platz fünf um eine ganze Platzierung. Gleichzeitig war es auch die letzte Beutejagd des Hais, denn die diesjährige Saison ist die letzte für das Team. "Wir machen im nächsten Jahr Abitur, da bleibt dann nicht mehr genug Zeit für das Projekt", sagt Thorben.

Aber schon jetzt vermissen sie die Arbeit an ihrem "Baby". Die Vier sind überzeugt, dass sie viel aus dem Projekt mitnehmen konnten und vor allem ihr Teamgeist gestärkt wurde. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium sucht nun Nachfolger, die in die Fußstapfen des 'Hai Speed Racing Teams' treten wollen.