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Mobbing-Prävention am Geschwister-Scholl-Gymnasium

Bericht von Rainer Zwiefka

Am 01.10.2012 hat der ehemalige Bodyguard und Mobbingexperte Michael Stahl aus Bopfingen in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zwei Vorträge vor unterschiedlichen Jahrgängen der Sekundarstufe I über das Thema „Mobbing“ gehalten.
Das Phänomen „Mobbing“ stellt bekanntermaßen auch an Schulen ein beständiges Problem dar, vor allem, seit Internetforen existieren, wo mehr oder weniger subtiles Mobbing unter Jugendlichen inzwischen an der Tagesordnung ist. So finden persönliche Angriffe auch außerhalb des schulischen Raums statt und sind dem pädagogischen Zugriff der Lehrerinnen und Lehrer deshalb oft entzogen.

Aufgrund zahlreicher persönlicher Begegnungen wusste  Michael Stahl von den situativen und psychologischen Komponenten von Mobbing zu berichten. So betonte er, dass die Täter in ihrer Sozialisation selber tief verletzt worden sind und ihre Verletzungen an andere weitergeben. Hierzu trägt auch eine zunehmende Abwesenheit der Väter in unserer Gesellschaft bei, welche besonders die Jungen in ihrer Entwicklung hemme. Untersuchungen hätten ergeben, dass ein Vater gegenwärtig ca. 3 Minuten pro Tag für seine Kinder Zeit habe, während vor allem Jungen stundenlang vor dem Computer säßen und z.T. fragwürdige Computerspiele spielten.

Besonders anschaulich wurden die Bemerkungen durch die Schilderung eigener Erfahrung mit Mobbing in der Schule, welche Michael Stahl als Kind erlebte, da er selber eine schwere Kindheit hatte. Wichtig sei, dass es mutige Schülerinnen und Schüler gibt, die sich den Mobbingattacken gegen Mitschülerinnen und Mitschüler entgegenstellen und die unschuldigen Opfer beschützen. Ist Mobbing mit allen destruktiven Folgeerscheinungen geschehen, ist eine Aussöhnung von Täter und Opfer wichtig. Oft wüssten die Täter nicht, welche Verletzungen sie ihren Opfern zufügen. Wenn sie das verstehen, seien sie eher bereit, sich mit den Mobbingopfern auszusöhnen.

Mit viel Witz und kindgerecht hat Herr Stahl über die Gefahren und Lösungsstrategien aufgeklärt. Besonders interessiert hat die Schülerinnen und Schüler, welche bekannten Personen Herr Stahl in seiner aktiven Zeit als Personenschützer „beschützt“ hat. Hierzu gehören neben der Fußballnationalmannschaft gegen Ende der 90er Jahre auch Nena, Muhammad Ali, der Papst, Dieter Bohlen u.a.

Eine kleine Demonstration in Sachen Selbstverteidigung rundete die Veranstaltung ab. Im Anschluss fand in den jeweiligen Klassengemeinschaften eine Aufarbeitung des Gehörten statt. Diese Aufklärungsarbeit ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Und der längste Weg fängt ja bekanntlich mit dem ersten Schritt an.