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Empfang für französische Gäste

LN v. 05.12.13 - Es ist eine tiefe Freundschaft, die jetzt schon länger als drei Jahrzehnte hält: Kein Zweifel, die Verbindung zwischen dem Geschwister-Scholl- und dem Zeppelin-Gymnasium und ihren Partnerschulen im französischen Saint-Quentin ist ein echter Beweis für Völkerverständigung abseits der Politik. Derzeit halten sich nun wieder 20 junge Franzosen und Französinnen mit ihren Lehrerinnen in Lüdenscheid auf.

Gestern wurden die Gäste offiziell im Rathaus von Bürgermeister Dieter Dzewas begrüßt. In den nächsten Tagen stehen noch Ausflüge nach Münster und Dortmund an - ebenso wie ein gemeinsames Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn in der Lüdenscheider Innenstadt.

Deutsch-französische Freundschaft

Rahmenprogramm beginnt mit einem Referat über das Lycée Henri Martin

LN v. 06.12.13 - Seit 34 Jahren besteht der Schüleraustausch der Staberger Gymnasien mit der nordfranzösischen Stadt Saint-Quentin und dem dortigen Lycée Henri Martin. In
den Museen der Stadt fand zum Auftakt des Rahmenprogramms der Ausstellung 'Wider
Napoleon' eine Vortragsveranstaltung statt, an der neben Lehrern und Schülern der Staberger Gyrmnasien und Austauschschülern der französischen Partnerschule unter anderem auch der pensionierte Lehrer Ernst-August Benfer teilnahm. Ihm ist zu verdanken, dass die zwischenzeitlich eingeschlafene Partnerschaft im Jahr 1979 mit Hilfe des Rotary-Clubs Lüdenscheid wieder auflebte.

Heute ist unter anderem Sabine Grundke, Französisch-Lehrerin am Geschwister-Scholl-
Gymnasium, für die Fortsetzung der fruchtbaren Beziehungen zwischen den deutschen
und französischen Jugendlichen zuständig. Bevor sie über ihre Erfahrungen berichtete, begrüßte Museumsleiter Dr. Eckhard Trox die Gäste und stellte die aktuelle Ausstellung als Hintergrund für die Vortragsveranstaltung vor. Die Ausstellung, so Trox, wolle zwar die Reformansätze aufzeigen, die die Franzosen zu Napoleons Zeiten nach Deutschland gebracht haben, aber gleichzeitig auch die Frage stellen, welche Fehler von damals vermieden werden müssen, um ein friedliches und tolerantes Europa zu erreichen.

Sabine Grundke stellte den Schüleraustausch, dessen geschichtliche Wurzeln sowie
den Ort Saint-Quentin und das Lycée Henri Martin näher vor. Vor dem Hintergrund der im
Jahre 1962 viel beachteten Rede des damaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, der erstmals nach dem Krieg Deutschland besuchte und vor allem die jungen Menschen dazu aufrief, die Versöhnung beider Nationen voranzutreiben, wurde ein Jahr
später der Elysées-Vertrag unterzeichnet. "In der 50-jährigen deutsch-französischen Freundschaft liegen auch die Wurzeln unseres Schüleraustausches", so die Referentin.
Das Deutsch-Französische Jugendwerkwurde 1963 gegründet,um die Bande zwischen
den Jugendlichen beider Länder zu stärken. "Seither haben acht Millionen Franzosen und Deutsche an den Austauschmaßnahmen des Jugendwerkes teilgenommen, und 9.000 Austauschmaßnahmen jedes Jahr werden vom Deutschen Jugendwerk gefördert", betonte Sabine Grundke. Auch der Schüleraustausch der beiden Staberger Gymnasien mit dem Lycée Henri Martin ist förderungsberechtigt.

Mit zahlreichen Fotografien und Informationen stellte Sabine Grundke schließlich die französische Partnerschule vor. Die Schule Henri Martin ist Lernstätte für 1450 Schüler, von denen jedoch nur 803 das Lycée besuchen, welches der gymnasialen Oberstufe in
Deutschland entspricht. "126 Schüler sind im Internat untergebracht, das zur Schule
gehört, darüber hinaus bietet die Schule Lehrgänge an, die erst nach dem Abitur beginnen", so die Referentin. Abschließend berichteten die beiden Schülerinnen Denise
Reffelmann aus Lüdenscheid und Deborah Baudry aus Saint-Quentin über ihre Erfahrungen beim Schüleraustausch.

Nach dem offiziellen Teil hatten alle Gäste die Möglichkeit, einen kleinen Snack zu
genießen und die Ausstellung 'Wider Napoleon' zu besichtigen..