Zurück

Individualaustausch mit Amiens 2014

Anna und Sophie, zwei Schülerinnen der Staberger Gymnasien, besuchten die Stadt Amiens im Rahmen eines Individualaustausches mit dem französischen Lycée La Hotoie. Sie lernten während ihres vierwöchigen Aufenthaltes die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Schulsystem kennen und lebten dort in ihren französischen Gastfamilien.

Von Mitte Mai bis Anfang Juni findet der Gegenbesuch der französischen Gastschülerinnen aus Amiens statt. Sie werden in dieser Zeit ebenfalls ihre Erfahrungen in Deutschland sammeln dürfen und ihrerseits das Leben in Deutschland kennen lernen. Nicht selten entstehen in dieser Zeit so starke Freundschaften, dass es oft nicht bei einer einmaligen Begegnung bleibt, sondern weitere private Besuche folgen.

Vier Wochen waren Anna und Sophia in Amiens. Vollbepackt mit neuen Eindrücken sind sie nun zurückgekehrt. Hier ihr Bericht:

Wir waren sehr aufgeregt. In einem anderen Land mit einer anderen Sprache, neuen Personen und einer anderen Kultur zu sein ist wirklich eine Lebenserfahrung.
Unser erster Eindruck war positiv, da alle sehr nett waren. Unsere Austauschpartnerinnen Coralie und Emily haben viele Fragen gestellt, welche wir durch die Sprachbarriere am Anfang nur schwer beantworten konnten. Dabei haben wir viel gelacht.

Die Franzosen sind sehr offen, und so haben wir die Chance bekommen, neue Freunde zu finden und in einer französischen Familie zu leben. Während unserer Zeit in Frankreich haben die Familien viel mit uns unternommen. Wir waren z.B. im Zoo, in der Stadt, in Samara (ein prähistorisches Naturmuseum) und im Haus von Jules Verne. Besonders gefallen hat uns, dass wir einen Tag am Meer verbracht haben, Reiten und am Grab von Jules Verne waren, und dass wir ins Kino gegangen sind. Zu Hause haben wir Verwandte besucht, Filme oder TV geschaut, uns unterhalten und Spiele gespielt.

Natürlich hat die Schule auch viel Zeit unseres Alltags eingenommen. Wir hatten oft nachmittags und samstags Unterricht. Auch gibt es viele Unterschiede im Bereich Hausaufgaben und Unterrichtsbeteiligung. Besonders in der Seconde (10. Klasse) bekommen die Schülerinnen und Schüler sehr wenig Hausaufgaben auf und müssen sich nicht so viel im Unterricht beteiligen. Mittags gibt es eine Stunde Pause, um in der Kantine zu essen und sich mit Freunden auszutauschen. Das hat uns gut gefallen, weil das bei uns nicht üblich ist. In Englisch, Deutsch, „Histoire-Geo“ (eine Mischung aus Geschichte und Erdkunde) und in Kunst konnten wir mitarbeiten. Es war sehr interessant für uns, neue Fächer zu entdecken, z.B. Portugiesisch und „Arts Visuels“ (visuelle Kunst).

Die Schülerinnen und Schüler waren sehr freundlich, aber wir hätten uns gewünscht, dass sie am Anfang mehr mit uns gesprochen hätten. Natürlich haben die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte versucht, mit uns auf Französisch oder Deutsch zu reden.

In unserer zweiten Woche in Frankreich haben die Schülerinnen und Schüler aus politischen Gründen das Lycée blockiert. Es war echt außergewöhnlich, eine Demo hautnah mitzuerleben.
Wir haben gemerkt, dass die Franzosen anders sind, manche Schüler unternehmen jeden Tag etwas mit Freunden oder gehen in die Stadt.

Es war eine interessante Erfahrung für uns, den Aufbau der Häuser in Frankreich kennen zu lernen. Die Hauser waren vielfach kleiner und unterschieden sich teilweise bei der Raumaufteilung zu unseren Häusern.

Ein anderer Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich ist das Essverhalten. In Frankreich werden z.B. mehr Süßigkeiten und viel Käse gegessen. Das Essen dort fanden wir sehr gut!
 
Der Austausch hat uns gut gefallen, weil wir uns auf jeden Fall in Französisch verbessert haben und die französische Kultur kennenlernen durften. Es war sehr schön, neue Erfahrungen zu mache und außerdem ist Amiens eine wunderschöne Stadt, in der man viel unternehmen kann. Wir freuen uns schon auf den Aufenthalt unserer Austauschpartnerinnen in Deutschland!