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Noch mal volle Konzentration

Vier Bundestagskandidaten diskutieren mit Staberger Gymnasiasten

LN v. 19.09.13 - Es ist die letzte in einer langen Reihe von Podiumsdiskussionen. Den heimischen Bundestagskandidaten steckt der Wahlkampf in den Knochen, sie wirken etwas erschöpft. Aber die Staberger Gymnasiasten fordern sie noch einmal. Volle Aufmerksamkeit ist gefragt, forsche Fragen und eine strenge Moderation der Schülervertreter zwingen zu Konzentration und Attacke.

Auf dem Themenplan stehen Arbeit, Wirtschaft und Bildung. Die SV-Sprecher Ebru ("Zepp") und Jan-Phillip ("Scholl") und ihre TEams haben die Oberstufenschüler, fast logischerweise per Facebook im Internet abstimmen lassen, über welche politischen Arbeitsfelder die Kandidaten sprechen sollen. Themen wie Demografischer Wandel, Syrien-Konflikt, Umwelt, Frauen oder NSA-Überwachung - alles wichtig, aber offensichtlich nicht so sehr wie Arbeit, Wirtschaft und Bildung.

Schüler wollen wissen, wie Schule und Uni besser werden können, welche Chancen sie auf dem Arbeitsmarkt haben und wie die Wirtschaft die Zukunft des Nachwuchses sichern kann. Darüber sollen sich Petra Crone (SPD), Matthias Heider (CDU), Johannes Vogel (FDP) und Kai Bitzer (B'90/Grüne) mal auslassen. Jan-Phillip sagt, die Linken und die Piraten hätten auf die Einladung der Gymnasiasten nicht reagiert. "Und die NPD haben wir nicht eingeladen."

 

Je drei Minuten für ein Eingangs-Statement, pro Themenblock zehn Minuten für die Diskussion mit den Jugendlichen, eine Minute für die Abschlussbotschaft - so wenig gestehen die Moderatoren ihren Gästen zu. Der junge Herr Graf hat eine Stoppuhr vor sich auf dem Tisch. Wer überzieht wird gestoppt, so der Plan - und so auch die Realität.

Inhaltlich bleiben die Beiträge der Politprofis so "überraschungsfrei", wie Kai Bitzer auch die Politik seiner Partei gerne tituliert. Nach der Podiumsdiskussion wird Matthias Heider sagen: "Es sind ja auch immer dieselben Argumente." Und vor der Diskussion hat Petra Crone gesagt: "Jetzt reicht es auch langsam."

 

FDP-Mann Johannes Vogel ist seinem Publikum, zumindest altersmäßig, noch am nächsten. Vielleicht deshalb duzt er seine Gesprächspartner auch konsequent. Die verbale Kumpanei scheint zu ziehen, mehrfacher Szenenapplaus ist ihm sicher. Zum Beispiel, als er sich über die verkürzte Schulzeit namens "G8" äußert. Für "nicht optimal umgesetzt" hält er die "eigentlich gute Idee". "Man müsse noch einmal nachdenken. Und Lacher erntet Heider, als er den Arbeitsmarkt charakterisiert und "Man sollte nicht so schwarz sehen, sondern Schwarz wählen" sagt. Petra Crone punktet hörbar, wenn sie über soziale Gerechtigkeit spricht, das große Thema ihres Spitzenkandidaten.

Für ein schnelles Fazit des Vormittags bleibt keine Zeit. Es schellt, die große Pause beginnt.