Zurück

Girls' & Boys' Day 2015

Typisch männlich oder typisch weiblich – gibt es so etwas noch? Am 4. Donnerstag im April haben deutschlandweit Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 die Möglichkeit, einmal einen Beruf auszuprobieren, in welchem rein statistisch mehr Personen des anderen Geschlechts als des eigenen arbeiten. Beim Girls’ Day lernen die Mädchen Studiengänge und Ausbildungsberufe in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Oder sie begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik. Die Jungs schnuppern beim Boys’ Day zum Beispiel in den sozialen, erzieherischen oder pflegerischen Bereich – hier werden viele Nachwuchskräfte gebraucht und Männer sind hier in der Regel sehr willkommen.

Auch am Geschwister-Scholl Gymnasium haben am 22. April 2015 etwa 100 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 die Gelegenheit ergriffen, einen Tag lang über den Tellerrand hinaus zu schauen und einen Beruf zu erproben, in dem das eigene Geschlecht bislang eher selten vertreten ist. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren allesamt positiv.

So besuchten beispielsweise einige Jungen ihre alte Kita oder Grundschule und konnten noch einmal in Erinnerungen schwelgen, aber auch von den Anstrengungen dieses Berufs berichten. Die Mädchen waren großenteils in den heimischen Industrieunternehmen, aber auch an den umliegenden Hochschulen zu Gast. Für die „daheimgebliebenen“ Schülerinnen und Schüler wurde das Thema geschlechtersensible Berufswahl im Unterricht thematisiert. Die zehn verbliebenen Schülerinnen und Schüler von Bianca Spickermann, Koordinatorin für Studien- und Berufswahl, setzten sich in ihrer Erdkundestunde mit dem Thema Berufswahl auseinander. Anhand eines Prozentstrahls bezogen die Schülerinnen und Schüler Position zu Aussagen wie den folgenden und ordneten sich selber ein:

  • Ich weiß schon ganz genau, was ich später werden möchte.
  • Ich finde, ich habe noch viel Zeit, bis ich mich mit dem Thema „Beruf“ beschäftigen muss.
  • In der Schule lerne ich viel, was ich später für einen Beruf gebrauchen kann.
  • In meiner Freizeit lerne ich viel, was ich später für einen Beruf gebrauchen kann.
  • Meine Eltern sind ein wichtiges Vorbild für mich.
  • Ein guter Verdienst ist wichtig für mich.

Hierbei war es spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler in diesem Bereich sind und dass die Vorstellungen ihres nachschulischen Lebens noch in weiter Ferne erscheinen. Um so wichtiger ist eine regelmäßige Beschäftigung mit diesem Thema, um den langwierigen Prozess der Berufsfindung auf den Weg zu bringen.

   Warum ein Zukunftstag speziell für Mädchen?

Fehlende Informationen über Ausbildungsberufe und Studiengänge lassen Mädchen bisher eher auf bekannte, meist »frauentypische« Berufe zurückgreifen. Damit schöpfen sie ihre Begabungen und Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Der Girls’Day als mädchenspezifisches Angebot, bei dem Schülerinnen ihre Talente, Fähigkeiten
und Interessen entdecken können, bietet hier eine besondere Chance für Mädchen und für Unternehmen und Organisationen, die qualifizierten und motivierten Nachwuchs suchen.

   Warum ein Zukunftstag speziell für Jungen?

Der Arbeitsmarkt verändert sich und damit auch die beruflichen Chancen für junge Männer. Berufe, die bislang überwiegend von Männern ausgeübt werden (wie etwa in der Landwirtschaft oder in der Produktion) gehen zurück, dagegen nehmen Beschäftigungschancen im Dienstleistungsbereich zu. Hier ist männlicher Nachwuchs ausdrücklich erwünscht. Am Boys'Day - Jungen-Zukunftstag können Jungen durch Schnupperpraktika, Infoveranstaltungen, Erkundungen von Betrieben und Einrichtungen oder Workshops neue und interessante Tätigkeitsfelder kennenlernen und ihre sozialen Kompetenzen testen.