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Olli Kamp: Irgendwo zwischen Luis Enrique und Pep Guardiola

Schülerfußball-Stadtmeisterschaft: Dritter Titel für Scholl in drei Tagen

LN v. 12.06.2015 - Das kleinste Teilnehmerfeld der Turniergeschichte, aber ganz großer Sport: Die Kicker der Altersklasse C der Jahrgänge 2002 bis 2004 verwöhnten die Fans am dritten Turniertag der Schülerfußball-Stadtmeisterschaften von Lüdenscheider Nachrichten und Sparkasse in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportverband mit tollen Leistungen. Im ebenso hochklassigen wie spannenden Finale setzte sich das Geschwister-Scholl-Gymnasium als Titelverteidiger hauchdünn 4:3 gegen das Bergstadt-Gymnasium durch.

Und die Staberger Gymnasiasten verhalfen damit auch ihrem Trainer Oliver Kamp zu einem Ehrenplatz in der Turniergeschichte der Meisterschaften. Zwar nicht ganz wie Luis Enrique, der das begehrte Triple mit einer einzigen Mannschaft des FC Barcelona schaffte, aber lauter als Bayern Münchens Meistertrainer Pep Guardiola darf sich der GSG-Coach zumindest in der Bergstadt feiern lassen. Weil er nämlich an drei Tagen hintereinander mit drei Teams mit der Präzision eines Uhrwerks die Titel abgeräumt hatte - ein Novum in der 27-jährigen Meisterschaftsgeschichte.

Nur zu Beginn des Tages hatte das kleine Teilnehmerfeld Skepsis hervorgerufen, doch die Kicker belehrten die Zuschauer schnell eines Besseren. Gleich im ersten Vorrundenspiel lieferten sich Bergstadt-Gymnasium und Theodor-Heuss-Realschule einen Kampf auf Biegen und Brechen. Zwar sahen die THR-Kicker bei einer 5:2-Führung schon wie die sicheren Sieger aus, doch in den letzten sechs Minuten bewies das BGL von Betreuungslehrer Ralf Rüther tolle Moral und großes Stehvermögen und glich noch zum 5:3-Endstand aus.

In Gruppe B trumpfte der spätere Sieger vom Scholl im "Bruderduell" mit dem benachbarten "Zepp" groß auf, siegte im Hinspiel der beiden einzigen Teilnehmer nach dem Rückzug der Adolf-Reichwein-Gesamtschule glatt 4:0, stellte damit die Weichen für den erneuten Finaleinzug, der später auch im Rückspiel gelang. Da hatte zwar erneut das "Scholl" 3:0 die Nase vorn, aber die Zepp-Kicker um Betreuungslehrer Dirk Jacobs und seinem Schüler-"Co" Janik hatten sich nicht nur beträchtlich gesteigert, sondern auch eine ganze Reihe hervorragender Torchancen herausgespielt, die aber ungenutzt blieben.

Zwischenzeitlich setzte sich der "Krimi" in der Gruppe A fort: Die Realschulteams von THR und Richard-Schirrmann-Realschule schenkten sich nichts, zweimal glichen die "Schirrmänner" von Betreuungslehrerin Alina Schmidt die Führung der Elf von Olaf Reuber aus, und dann standen die Buckesfelder gar dicht vor dem Sieg: In der Schlussminute kratzte zunächst ein THR-Kicker die Kugel von der Linie, dann scheiterte die RSR am Pfosten. Die Strafe folgte Sekunden vor Schluss auf dem Fuß, die THR machte das Siegtor, das freilich die Sorgenfalten von Ex-Oberliga-Torjäger Reuber kaum glättete, der sich noch immer ob der verspielten Führung gegen das BGL ärgerte. Wohl ahnend, dass es neben den bereits ausgeschiedenen Schirrmann-Realschülern auch für seine Truppe trotz vier Punkten noch ganz eng mit dem Finaleinzug werden könnte. Ein Punkt oder Sieg für die "Schirrmänner" oder ein 1:0 oder 2:1-Sieg für das BGL hätte den Wefelshohlern gereicht. Und zunächst lief es für die ihre Realschulkollegen frenetisch anfeuernden THR-Schüler blendend: Die RSR legte eine 2:0-Führung vor, doch mit einem Doppelschlag in den letzten 90 Sekunden der ersten Halbzeit glichen die BGL-Fußballer aus. Und wie im ersten Spiel hatten die Gymnasiasten aus der Saarlandstraße das größere Stehvermögen, führten 3:2 - was ein Elfmeterschießen bedeutet hätte -, ehe in allerletzter Minute das BGL mit dem vierten Treffer das Finalticket löste.

Und auch da begeisterten Scholl und BGL mit tempo- und trickreichem Fußall und sieben tollen Treffern, obwohl sich die Torhüter beider Mannschaften, Colin und Marco, Bestnoten verdienten. Zunächst schien das Scholl seiner im Turnierverlauf erworbenen Favoritenrolle problemlos gerecht zu werden. Nico C. (2) und Nico P. sorgten für eine 3:0-Führung, doch Karl Brauckmann weckte mit dem 1:3 leise Hoffnungen auf Seiten der Rüther-Elf, die dann noch Riesenpech hatte, weil das GSG auf der Linie klärte. Aber nach Wiederbeginn blieb das BGL am Drücker, hatte Pech mit einem Pfostenschuss und vergebener Riesenchance auf den Anschluss, das sich aber ausglich, weil auch Kudzia einen Ball an den Querbalken lenkte. Dann schaffte Brauckmann mit zwei Kraftakten das 3:3, alles richtete sich aufs Elfmeterschießen ein. 40 Sekunden vor Schluss doch noch die Entscheidung: Nico donnerte einen 20-Meter-Freistoß genau unter Lattenkreuz, der Rest war grenzenloser Scholl-Jubel.