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Exkursion ins Rheinische Braunkohlenrevier

Erdkunde-Grundkurse der EF besuchen den Braunkohlentagebau Garzweiler

Am 20. März 2015 stand für die Schülerinnen und Schüler der Erdkundegrundkurse der Einführungsphase beider Staberger Gymnasien eine ganztägige Exkursion in den Braunkohlentagebau Garzweiler auf dem Programm. So fuhren knapp 130 Schülerinnen und Schüler ins Rheinland.

Nach gut zweistündiger Fahrt erreichte man das Besucherzentrum der RWE Power AG in Grevenbroich. Hier erfolgte eine etwa halbstündige Einführung, in der die Geschichte des Braunkohlentagebaus vorgestellt wurde. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler wie aus dem im Tertiär an dieser Stelle vorhandenen tropischen Wald im Laufe der Zeit durch Sümpfungsprozesse der Inkohlungsprozess in Gang gesetzt wurde. Aus der organischen Ausgangssubstanz entstand Torf und durch weitere Sedimentation die Braunhohle. Im nahegelegenen Ruhrgebiet verdichtete sich die Ausgangssubstanz sogar zu Steinkohle, welche einen noch höheren Brennwert hat. Über der Braunkohle hat das Deckgebirge eine Mächtigkeit von 200 bis 400 m und wird im Tagebau abgetragen.

 

Nach diesen theoretischen Ausführungen schloss sich eine etwa anderthalbstündige Fahrt mit dem Bus durch das Revier an. Der Weg führte an kilometerlangen Transportbändern entlang, welche die abgebaute Kohle den Kraftwerken zuführen. Bei einem Halt am Garzweiler Skywalk, einer Aussichtsplattform, welche 30 m weit in die Grube hineinreicht, hatte man einen eindrucksvollen Einblick in die 200 m tiefe Kohlengrube. Hier konnte man die vorher am Modell erläuterten Abbau- und Verkippungsseiten erkennen. Auch lässt der Rundumblick die Ausmaße des ab Mitte des Jahrhunderts entstehenden Sees im Rahmen der Renaturierung des Gebiets erahnen.

Bisherige Renaturierungserfolge konnte man im Anschluss sehen. So fuhr der Bus durch wiederhergestellte landwirtschaftliche Nutzflächen, auf welchen die RWE Power AG Windkraftanlagen betreibt, um der Nachfrage nach regenerativen Energien gerecht zu werden. Anschließend fuhr der Bus durch Königshoven, einen Ort, welchen man im Zuge der Umsiedlungen erweitert hat. In diesem Zusammenhang bekamen nicht nur die Bewohner, sondern auch die Kirche, Denkmäler und der Friedhof des alten Orts ein neues Zuhause in Königshoven.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Eindrücke des Tages den Schülerinnen und Schülern das Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem, welches der Braunkohletagebau aufwirft, anschaulich verdeutlicht haben.