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Interessante Einblicke

Studieninformationstag der Staberger Gymnasien am 11.11.2014

LN v. 12.11.14 - Für die Schüler der 12. Klassen des Geschwister-Scholl- und des Zeppelin-Gymnasiums rückt das Ende ihrer Schulzeit näher. Was kommt nach dem Abitur? Hilfestellung bei der Beantwortung dieser Frage bekamen die Jugendlichen gestern beim Berufsinformationstag, den die beiden Gymnasien wie in den Vorjahren gemeinsam durchführten. Eingeladen waren 16 Referenten, die verschiedene Studiengänge vorstellten.

"Es soll an diesem Tag keine Fachvorträge der Referenten geben. Unsere Schüler sollen sich im Vorhinein überlegen, wo ihre Interessen liegen und dann die Möglichkeit haben, gezielt Fragen nach dem jeweiligen Studiengang an die Referenten zu stellen", erklärten die Organisatoren des Infotages, Norbert Adam, Bianca Spickermann und Bernd Raskop. 190 Schüler nutzten diese Gelegenheit zur Berufsinformation.

Ein alter Bekannter für die Organisatoren war Professor Dr. Reinhard Schaeffer von der Technischen Fachhochschule Georg Agricola. Der Fachmann für Rohstoffingenieurwesen hatte seinen roten Bagger mitgebracht und schilderte den Schülern anschaulich und mit Blick auf die Praxis seine Arbeit und den Ablauf des Studiums. "Aus der Vergangenheit wissen wir, dass das Interesse an so einem Ringeltaubenfach wie dem Rohstoffingenieurwesen tatsächlich groß ist. Mehrere unserer ehemaligen Schüler haben schon bei Professor Schaeffer studiert und arbeiten heute in diesem Bereich - einer sogar hier in der Region im Steinbruch Kleinhammer", berichtete Bianca Spickermann.

Begeistert und interessiert waren die Schüler auch von den Einblicken, die ihnen Professor Dr. Rainer Brück von der Universität Siegen in den Fachbereich der medizinischen Informatik bot. Professor Brück sprang direkt in die Praxis, verkabelte einen Schüler und schrieb ein EKG. Die Kurve konnten die Schüler direkt auf einem Handybildschirm betrachten. "Das ist ein Studentenprojekt. Das Wichtige ist, die Störanfälligkeit der Aufzeichnungen zu minimieren. Das ist der Job der medizinischen Informatiker. Es ist einfach, medizintechnische Geräte herzustellen - aber sie perfekt zu machen, ist eine große Herausforderung", erklärte Professor Brück.

Mehr weibliche Studentinnen im Bereich Fahrzeugtechnik wünscht sich Professor Dr. Stefan Kurtenbach von der Universität Siegen. "Wir haben fünf bis zehn Prozent Frauen - zu Beginn des Studiums. Beim Abschluss ist der Prozentsatz einstellig. Aber wir suchen Frauen, bieten ihnen sogar eigene Stipendien."

Über den gezielten und gut trainierten Blick in die Zukunft sprach Detlef Halbe von der Firma Eaton. "Ingenieure sind Vordenker. Sie schauen in die Zukunft. Wer eher in der Gegenwart und der Vergangenheit lebt, der wird in diesem Beruf nicht wirklich glücklich", verdeutlichte Halbe den Schülern die Schlüsselqualifikation für seinen Beruf.

Dies tat auf eine sehr anschauliche Art und Weise auch Dr. Jerry Neeb-Crippen von der Dolmetscherschule Köln. "Unser Leben lang lernen wir, dass wir nicht gleichzeitig reden und zuhören sollen. Aber wenn Sie zu uns zur Dolmetscherschule kommen, dann müssen Sie genau das können. Wir müssen Ihnen diese Fähigkeit wieder antrainieren - denn sie ist für einen Dolmetscher unerlässlich."

Aufklärungsarbeit mussten auch Regierungsamtsrätin Corinna Petter und Stabsfeldwebel Hermann Meronk leisten. Die beiden Bundeswehrangehörigen machten in den Gesprächen mit den Gymnasiasten immer wieder deutlich, dass auch zu einem Studium bei der Bundeswehr das Soldatentum gehöre. "Man kann bei uns Verwaltungsbeamter und Mediziner werden - aber man macht diese Arbeit eben auch in Afghanistan", erklärte Hermann Meronk.