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Zu Gast im OP

"Schule trifft Chirurgie": Staberger am Klinikum

LN v. 10.03.16 - OP-Saal statt Klassenraum: Seit Montag verbringen die Schüler des Biologie-Leistungskurses der Staberger Gymnasien ihre Tage am Klinikum im OP-Saal. "Es macht Spaß, aber es ist definitiv nichts für schwache Nerven", sagt einer der Gymnasiastenlachend.

Die Praxisphase am Klinikum stellt den zweiten Teil der besonderen Kooperation zwischen dem Staberg und dem Klinikum dar. Im Rahmen des Projektes "Schule trifft Chirurgie" kamen während des ersten Teils Ärzte des Klinikums an die Schule, um über medizinische Themen zu referieren. Gestern waren die Gymnasiasten bei einer laparoskopischen Gallenblasenentfernung dabei und durften den Profis zuschauen. "Die Schüler genießen hier einen Sonderstatus", verweist der leitende Oberarzt Dr. Sven Schröder auf das besondere Projekt.

Am Samstag findet dann von 10 bis 12 Uhr die Infoveranstaltung "Darmkrebs im Alter" statt, bei der es unter anderem auch Kurzvorträge der Schüler geben wird.

Schule trifft Chirurgie

 

Anspruch an Schule ist immer auch auf das Leben vorzubereiten und Heranwachsende zu befähigen, Anforderungen und Bedrohungen adäquat zu begegnen. Deshalb sind Schulen immer häufiger der Ort, an denen über Erkrankungen informiert wird. Darmkrebs betrifft Erwachsene im Alter zwischen dem 30. und 80. Lebensjahr, nimmt in der westlichen Welt zahlenmäßig dramatisch zu und ist verantwortlich für ca. 80.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland.

Mit den Möglichkeiten der Vorsorge könnten die meisten Darmkrebserkrankungen vermieden werden, wenn die Bevölkerung die von den Kassen bezahlte Vorsorge annähme. Um hier aufklärend und motivierend tätig zu werden, haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Allgemein- und Visceralchirurgie am Klinikum Hellersen und Michael Haferberger, Biologielehrer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, im Jahr 2009 das Projekt „Schule trifft Chirurgie“ gerufen.

Jeweils im März veranstalten Referentinnen und Referenten des Klinikums mit dem Biologie-Leistungskurs des Abiturjahrganges eine Fortbildungsreihe über Krebserkrankungen im Allgemeinen und Darmkrebs im Besonderen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die genetischen und molekularen Grundlagen und Ursachen für die Entstehung von Krebs.

In der zweiten Woche des Projekts besuchen die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen die Abteilung für Visceralchirurgie am Klinikum Hellersen und begleiten die sie betreuenden Ärzte auf den Stationen und im OP, um so einen Eindruck von der täglichen Arbeit insbesondere in der Chirurgie zu bekommen. Zielsetzung ist damit einerseits eine praxisorientierte Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die für das Abitur relevanten molekulargenetischen Themen, andererseits aber auch naturwissenschaftlich interessierte Oberstufenschülerinnen und -schüler für die Medizin, insbesondere für die Chirurgie zu gewinnen.

Abschließend wird das Projekt in die alljährlich stattfindende Informationsveranstaltung für interessierte Laien integriert: Die Schülerinnen und Schüler übernehmen während dieser Veranstaltung Kurzvorträge zu einzelnen Themen, die auf den im Unterricht und während des Klinikpraktikums gemachten Erfahrungen basieren. Von ärztlicher Seite wird anschließend das Thema Darmkrebs laienverständlich von der Prävention über die Diagnose und die verschiedenen Behandlungsmethoden bis zur Nachsorge behandelt.