Berufswunsch Arzt

Zehntklässler machen Praktikum im Krankenhaus und sind auch bei der Visite dabei


LN v. 02.02.17 - “Krankenhaus ist besser als klassische Literatur”, sagt Sophie nach einigen Schnuppertagenim Klinikum Lüdenscheid. Sie und ihre 16 Mitschüler aus den zehnten Klassen der drei Lüdenscheider Gymnasien absolvieren ihr dreiwöchiges Praktikum im ärztlichen Dienst.

LN v. 02.02.17 - “Krankenhaus ist besser als klassische Literatur”, sagt Sophie nach einigen Schnuppertagenim Klinikum Lüdenscheid. Sie und ihre 16 Mitschüler aus den zehnten Klassen der drei Lüdenscheider Gymnasien absolvieren ihr dreiwöchiges Praktikum im ärztlichen Dienst.

Die 15jährige ist sich bereits sicher: “Ich will Ärztin werden”. Am liebsten möchte sie sich statt Gedichte zu interpretieren schon vor dem Abitur der Medizin widmen. Dieses Interesse scheint ganz in der Familie zu liegen - Sophies Eltern sind Ärzte und auch ihre große Schwester strebt ein Medizin-Studium an.

Dr. Dieter Schnalke, Leitender Ärztlicher Direktor und für die Organisation des Praktikums zuständig, ist es ein Anliegen, den Schülern den Arztberuf näher zu bringen, aber auch die Realitäten nicht zu vergessen. “Wer sich für ein Medizin-Studium entscheidet, sollte auch über eine gute Sozialkompetenz und Einfühlungsvermögen verfügen. Ärzte müssen immer ein offenes Ohr für die Patienten haben”, sagt er. Außerdem sei ihm die Teamarbeit wichtig, Ärzte seien keine Einzelkämpfer, betont er.

Vor Beginn des Praktikums erhielten die Praktikanten wichtige Infos über Weisungsbefugnis, Schweigepflicht, Datenschutz, Hygiene oder Strahlenschutz. Anschließend wurde ihnen ein Mentor aus der Klinik zur Seite gestellt, die sie sich für ihren Einsatz selbst ausgesucht haben. Sophie hat die Kinderklinik gewählt und dort gefällt es ihren eigenen Angaben zufolge sehr gut. Immer mit Einwilligung des betroffenen Patienten beziehungsweise der Eltern durfte sie bereits bei der Visite dabei sein, bei Blutabnahmen oder beim Ultraschall über die Schulter der Ärzte schauen.

So auch Nadine. In der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastoenterologie und Endokinologie hat sie gelernt, auf Ultraschallbildern mehr als nur ein Nirwana zu erkennen: “Ich weiß schon genau, wo die Leber oder die Bauchspeicheldrüse liegt”, sagt sie. Für eine Diagnosestellung wird es zwar nicht reichen, aber für weiterführende Erklärungen steht ihr der Mentor und Oberarzt Dr. Frank Schiller stets zur Seite.

Nadine weiß noch nicht, ob sie Medizin studieren möchte, aber im Alter von 15 Jahren hat sie ja auch noch Zeit, bis eine Entscheidung ansteht.

Dreiwöchiges Betriebspraktikum in der Einführungsphase

Informationen zum Schülerbetriebspraktikum Das Schülerbetriebspraktikum findet in der Einführungsphase am Ende des

  1. Halbjahres (Januar) statt und dauert drei Wochen. Es setzt die selbstständige Praktikumsplatzsuche durch die Schülerinnen und Schüler voraus.\

Das Schülerbetriebspraktikum umfasst

  • eine Einführungsveranstaltung zu Informationen über Ziele, Organisation und Durchführung des Praktikums,
  • eine Einführung in das Praktikum in der Schule mit Besprechung organisatorischer Fragen und Anleitung zur Abfassung des Praktikumsberichts,
  • Betreuung und begleitende Gespräche der Betreuungslehrkräfte mit den Schülerinnen und Schülern in den Betrieben sowie
  • eine gemeinsame Auswertung des Praktikums in den Betreuungsgruppen.

Die anschließende Auswertung der Praktikumsberichte erfolgt durch die Betreuungslehrkräfte, die den Schülerinnen und Schülern eine Rückmeldung geben und für die weitere Beratung - z.B. bei Ferienpraktika -, zur Verfügung stehen.