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Ökumenischer Einschulungsgottesdienst für die Klassen 5

Bericht von R. Zwiefka

„Was Hans nicht lernt, lernt Hänschen immer mehr“, so wurden die neuen Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums begrüßt. Das soll nicht etwa heißen, dass die Schülerinnen und Schüler automatisch schlauer als ihre Eltern werden, sondern es erinnert daran, dass Martin Luther ausgetretene theologische Wege verlassen hat. In einem kurzen Anspiel wurde Luthers „reformatorische Entdeckung“ veranschaulicht. Johannes Broxtermann, seines Zeichens katholischer Priester, hat Luther gespielt, ein Hinweis darauf, dass der Graben zwischen evangelischen und katholischen Christen heute nicht mehr so groß ist.

Luther ist klargeworden, dass jeder Mensch ohne Vorleistung von Gott angenommen und geliebt wird. Das hat Pfarrer Reinhardt in seiner Predigt in den Vordergrund gestellt. Hans, d.h. Luthers  Vater und viele andere Zeitgenossen haben gedacht, sie müssten etwas leisten, um vor Gott anerkannt und nicht für das eigene Versagen bestraft zu werden. Damals war die Entdeckung der voraussetzungslosen Liebe Gottes, welche Luther in seinen 95 Thesen zur Diskussion unter Gelehrten stellte, bahnbrechend. Alles andere ist Geschichte.

In unserer heutigen Leistungsgesellschaft  ist diese Entdeckung immer noch aktuell. Es gibt mindestens eine leistungsfreie Zone, wo der Mensch Liebe und Wertschätzung tanken kann, bei Gott. Wenn in der Schule auch Leistung eingefordert wird, ist der Wert des Lernenden nicht davon abhängig, denn dieser wird dem Menschen von außen zugesprochen.

Durch eine persönliche Segnung wurde dieser Zuspruch unmittelbar in die Tat umgesetzt und die Schülerinnen und Schüler wurden so ermutigt in die neue Lebensphase gesendet.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch Trompete, Keyboard und Gitarre, wobei auch die Bewegung nicht zu kurz kam. Den Abschluss bildete traditionell der gesungene Segen der beiden Pfarrer, sozusagen eine musikalische Zusage der Gegenwart Gottes, das neue Schuljahr konnte beginnen. Allen Beteiligten sei auf diesem Wege noch einmal herzlich gedankt.