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Der pädagogische Rahmen des Schulprogramms

Pädagogische Ziele

Die pädagogischen Ziele des Geschwister-Scholl-Gymnasiums orientieren sich zum einen am Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und an der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie an den Richtlinien und Lehrplänen für das Gymnasium und zum anderen an den über viele Jahre im Schulleben gewachsenen pädagogischen Überzeugungen, was eine gute Schule ausmacht. Letztere sind in einer Befragung des Kollegiums im Februar 1999 schriftlich festgehalten worden. 

Da die im Grundgesetz und in der Verfassung des Landes des Landes Nordrhein-Westfalen verankerten Grundsätze im Denken und Handeln aller am Schulleben beteiligten Gruppen Niederschlag finden, werden sie hier nicht gesondert aufgeführt und stattdessen am Ende dieses Kapitels als äußerer Rahmen beigefügt.

Die Richtlinien und Lehrpläne für das Gymnasium finden sich in den schulinternen Lehrplänen (vgl. u.a. III, 1.1.2: Fachspezifische Maßnahmen zum selbständigen Lernen) wieder, so dass in diesem Kapitel die pädagogischen Grundvorstellungen beschrieben werden, die sich in vielen Jahren am Geschwister-Scholl-Gymnasium entwickelt haben und von Kollegium, Eltern und Schülerschaft getragen werden.

An oberster Stelle steht die gewissenhafte Erfüllung des Bildungsauftrags, d.h. der Auftrag, Kindern und Jugendlichen Hilfen zur Entwicklung einer mündigen und sozial verantwortlichen Persönlichkeit zu geben und ihnen unterrichtliche und außerunterrichtliche Felder zu bieten, in denen sie persönliche und soziale Verantwortung erfahren und ihre individuellen Fähigkeiten, Anlagen und Neigungen entfalten können. Wir teilen die in der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen genannte Auffassung, dass es das vornehmste Ziel der Erziehung ist, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken (Art. 7.1) und die Jugend im Geiste der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des Anderen und zur Verantwortung für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zur Völkergemeinschaft und Friedensgesinnung zu erziehen (Art. 7.2).

Die soziale und moralische Entwicklung wird gefördert durch die Vermittlung von Normen und Werten - allen voran Toleranz, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Kritik- und Entscheidungsfähigkeit - und durch die Verpflichtung, Urheberschaft für das eigene Verhalten und die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Die Schule bemüht sich darum, den Schülerinnen und Schülern im Unterricht und im Schulleben vielfältige Möglichkeiten des sozialen und moralischen Engagements und der aktiven Teilnahme an der kulturellen Lebenswelt anzubieten. Dies setzt aber Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit voraus. Besonders bewährt hat sich hier das Schüler-Coaching im AG-Bereich, bei dem ältere Schülerinnen und Schüler für jüngere leitende Verantwortung übernehmen und ihnen ein Vorbild in Leistungsbereitschaft, Kompetenz, Assistenz, Einfühlvermögen, Toleranz und Durchsetzungsfähigkeit sind. Das Schüler-Coaching umfasst die kognitive, emotionale, soziale, motivationale und ästhetische Förderung und erstreckt sich zur Zeit auf die Bereiche Informatik, Tanz, Schach, Musik, Kunst, Theater und Eisenbahnbau. Seit einigen Monaten arbeiten wir verstärkt mit einem außerschulischen Partner im AG-Bereich zusammen, um Schülerinnen und Schülern bei der Leitung ihrer AGs behilflich zu sein. So werden z.B. die Leiter der Eisenbahn-AG, zwei Schüler einer 7. Klasse, von der stellvertretenden Verkaufsdirektorin einer großen Möbelfirma betreut. Sie lernen dort  Projektmanagement, d.h. zu planen, Ziele zu setzen und Wege dorthin abzustecken, mit Anderen zusammen zu arbeiten, sich durchzusetzen und zurückzunehmen, Sponsorengelder einzuholen und zu verwalten und vieles mehr.  

Ein anderes Beispiel sind die zahlreichen Anlässe im Rahmen der Schulkultur, bei denen Schüler und Schülerinnen sich für die Schule einsetzen und eigene Kompetenzen erfahren. Vorbildlich ist hier die Erprobungsstufe mit dem fest verankerten Veranstaltungskalender, der von allen Kindern verlangt, sich entsprechend der eigenen Fähigkeiten und Begabungen in das Schulleben einzubringen und sich für die unterschiedlichsten Fähigkeiten und Begabungen anderer Kinder zu öffnen. 

Es ist für uns wichtig, Schülerinnen und Schüler zu persönlichen Anstrengungen und Durchhaltebereitschaft zu ermutigen, weil wir glauben, dass Leistungszuversicht nur auf Kompetenzerleben gebaut sein kann.  Wir betrachten es dabei als eine unserer schwierigsten pädagogischen Aufgaben, Schülerinnen und Schüler auch dann Kompetenzerleben zu ermöglichen, wenn sie einem Gegenstand gegenüber völlig verschlossen sind oder keinerlei Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten haben. 

Ein besonders weitreichendes Projekt ist in diesem Zusammenhang das Programm ‚Lernen lernen’. Ausgehend von einem erweiterten Bil­dungsbegriff, der Wissen und Persönlich­keitsbildung umfasst, macht das Projekt ‚Lernen lernen‘ die neuen Schüler und Schülerinnen der Klassen 5 in einem mehrwöchigen Lerntraining mit Lernstrategien und –techniken des selbständigen Lernens vertraut. Lernen wird dabei als methodenorientierte, lerntypgerechte Informationsverarbeitung auf mehreren Lernkanälen verstanden. Es verlangt Fähigkeiten zur Selbstmotivation und zum Umgang mit Stress und Konflikten, Kenntnis von Lerngesetzen und elementa­ren Denkstrategien sowie Konzentrationstechniken.

Kinder und Jugendliche können u.E. nur dann die eigene ethische Mitverantwortung erkennen und übernehmen, wenn sie für die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen können und wollen. Es ist für uns wichtig, dass Kinder und Jugendliche eine positive Grundhaltung sich selbst und Anderen gegenüber entwickeln. Achtung und Respekt vor den Grund- und Menschenrechten und der Meinung Anderer - besonders aber die Wertschätzung von Leistungen Schwächerer und Bedürftiger – sind von Beginn der 5. Klasse an wichtigster Bestandteil der aufzubauenden Klassengemeinschaft. Leistungsträger mit hoher sozialer Akzeptanz zu fördern – eines der Hauptziele des Gymnasiums -, bedeutet für uns, den ganzen Menschen zu sehen. Wir möchten jungen Menschen helfen, ihre positiven Anlagen, Neigungen und Interessen so zur Entfaltung zu bringen, dass sie von Mitschülerinnen und Mitschülern als Bereicherung erfahren werden. Dies bedeutet, dass Leistungen im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften, in Wettbewerben und im außerschulischen Bereich ein Teil der schulischen Identität aller am Schulleben Beteiligten sind. Es bedeutet aber auch, dass wir Kindern und Jugendlichen dabei helfen, sprachliches und non-verbales Verhalten als subtile soziale Kommunikationsmittel zu erkennen und Gespür für die vielfältigen interpersonalen Prozesse in der Schule zu entwickeln. Verletzungen, Ausgrenzungen, Anspielungen und andere Formen des sozialen Mobbings müssen vom ersten Schultag an als Zeichen charakterlicher Schwäche und Selbstgefälligkeit gebrandmarkt werden.

Ebenso bedeutsam wie die Förderung der sozialen und moralischen Entwicklung ist für uns die Förderung der geistigen Entwicklung durch die Vermittlung von mindestens soliden fachspezifischen Kenntnissen und Fähigkeiten und von fachwissenschaftlichen Methoden und Fertigkeiten, die weit über eine deduktive Systematik hinausgehen. Methodenvielfalt, lernertypgerechte und mehrkanalige Informationsverarbeitung, Ermutigung zu verschiedenartigen Problemlösungsstrategien und Bereitstellung von forschungs- und alltagsrelevanten Aufgabenstellungen, die eine selbständige und teamgerechte Auseinandersetzung mit Lösungswegen verlangen, gehören ebenso wie die Berücksichtigung eigener Lernerfahrungen sowie die exemplarische und kontextgebundene fachsystematische Anbindung des Unterrichtsstoffs zu den Grundvoraussetzungen guten Unterrichts. Anzustreben ist die gelungene Synthese zwischen der humanistischen Bildungstradition in Unterricht und Erziehung und den Anforderungen der modernen Technik und Kommunikation. Projektorientierter Unterricht in Einzelstunden und während Projekttagen oder –wochen sowie die Förderung außerunterrichtlicher Aktivitäten in Arbeitsgemeinschaften, an außerschulischen Lernorten und fächerverbindender Unterricht sind unverzichtbarer Bestandteil des unterrichtlichen Angebots. 

Der Förderung besonderer Begabungen kommt große Bedeutung zu. Begabungen beziehen sich dabei auf die sprachliche, musische, sportliche, mathematische, räumliche und personale Intelligenz. Die Förderung besonderer Begabungen geschieht im Unterricht, in Arbeitsgruppen und in Enrichement-Programmen. Angedacht und diskutiert werden z. Zt. weitere Förderprogramme wie die 12-jährige Schulzeit. Diese Maßnahmen sind nur in gemeinsamer Planung mit dem Zeppelin- und dem Bergstadt-Gymnasium sinnvoll und benötigen deshalb eine gründliche Vorbereitung. 

Ein weiteres bedeutsames Ziel innerhalb des Bildungsauftrags ist die Förderung des selbständigen Arbeitens durch eine Erziehung zur aktiven Mitarbeit und Mitgestaltung des Unterrichts, durch Anleitung zum selbständigen Arbeiten und Denken und durch kompetente, kreative und kritische Schülermitwirkung in allen den Unterricht und das Schulleben betreffenden Fragen.

Dem Umgang miteinander in einem guten Lern- und Betriebsklima kommt darüber hinaus hohe Bedeutung zu. Dieses Klima soll gesichert werden durch einen Konsens aller am Schulleben Beteiligten über die gemeinsame schulische Identität, wie sie in diesem Kapitel zum Ausdruck gebracht wird, und durch die Identifikation mit der Schule. Gewünscht wird auch eine stärkere Professionalisierung durch regelmäßigere Zusammenarbeit, häufigeren Erfahrungsaustausch, gemeinsame Fortbildung, Austausch und Einschätzung erreichter Standards, gemeinsame Unterrichtsplanung, gemeinsame schulische Veranstaltungen u.ä.  Wesentliche Bestandteile des guten Lern- und Betriebsklimas sind darüber hinaus Kommunikationsbereitschaft und –offenheit, eine positive Grundhaltung, Humor, Toleranz und Interesse an der Arbeit der Anderen.

Die an dieser Schule bewährte Kultur der sachorientierten Auseinandersetzung in einem Klima der Wertschätzung, das Beschädigungen von Personen und Sachen nicht zulässt, soll weiterentwickelt werden.  Die Schule wird als handlungsfähiges Ganzes betrachtet, in das alle Beteiligten vom Hausmeister und der Sekretärin über die Eltern- und Schülerschaft bis zum Kollegium verantwortlich einbezogen sind. Dafür ist die regelmäßige Verständigung über die gemeinsamen pädagogischen Ziele notwendig. Dies bezieht sich nicht nur auf das Leitbild der zu entwickelnden Persönlichkeit, sondern auch auf die konsequente und frühzeitige Anwendung bestimmter Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen und auf die gewissenhafte Laufbahnberatung vom ersten Schultag an. 

Ein positives Lernklima ist untrennbar mit Einsatzfreude, Anstrengungsbereitschaft, Motivation, Selbstvertrauen und Ausdauer verbunden. Es wird gefördert durch guten Unterricht und ein persönliches Klima der Ermutigung und Unterstützung. Hohe Leistungsanforderungen verlangen Assistenz. Die Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler sind dabei grundsätzlich ernst zu nehmen. 

Erwartungen des Kollegiums an Schülerinnen und Schüler

Die im Folgenden beschriebenen Erwartungen des Kollegiums an die am Schulleben beteiligten Gruppen drücken die pädagogischen Idealvorstellungen aus, wie sie bei einer Erhebung im Februar 1999 schriftlich zum Ausdruck gebracht wurden.

Die Gesprächsoffenheit auf allen schulischen Ebenen soll dazu beitragen, dass alle am Schulleben des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Beteiligten die an sie gestellten Erwartungen kennen und sich darüber zum Wohle der Schule und der ihr anvertrauten jungen Menschen verständigen können.

Als förderliches Schülerverhalten wird erwartet:

  1. Lern- und Leistungsbereitschaft und gute Arbeitsorganisation, d.h. Einsatz, Fleiß, Ausdauer, Konzentration, positive Lern- und Schuleinstellung und Akzeptieren der gestellten Anforderungen, gymnasiale Leistungsfähigkeit (selbständiges und  zusammenhängendes Denken auf abstraktem Niveau, selbständige Problemlösefähigkeiten, selbständiges und differenziertes Urteilsvermögen);

  2. Bereitschaft, sich in die Klassengemeinschaft und die Schule einzufügen, d.h. sich in Selbstdisziplin und Gewaltlosigkeit zu üben, kooperativ, unterstützend und kritikfähig zu sein und sich um ein ermutigendes Lernklima ohne Verletzungen zu bemühen, die Leistung Anderer und gemeinsam ausgehandelte schulische Regeln anzuerkennen;

  3. für Neues aufgeschlossen sein, d.h. Neuem gegenüber Neugier, Interesse, Offenheit und Aufnahmebereitschaft entgegen zu bringen;

  4. zusätzliches Engagement, d.h. über das Notwendige hinausgehender Einsatz, eigenverantwortliche Gestaltung von Räumlichkeiten (Klassenraum, Foyer, Aula), Bereitschaft zum außerschulischen Engagement, Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften und Fördermaßnahmen, Eigeninitiative und Einsatz im außerschulischen Bereich (z.B. Gemeinde, Vereine, Musikschule, Wettbewerbe);

  5. soziales Gewissen, d.h. Achtung und Respekt vor der Schöpfung, Anerkennung der Leistung derjenigen Menschen, die sich für die Schülerinnen und Schüler einsetzen, ohne deren Einsatz als selbstverständlich anzusehen (Eltern, Lehrer, Mitschüler), Verinnerlichung der pädagogischen Zielvorstellungen der Schule (charakterfeste und kreative Lebenstüchtigkeit, soziale Kompetenz, Verantwortung für die Schulkultur).

Als eher hinderliches Schülerverhalten werden betrachtet:

  1. Desinteresse, d.h. Gleichgültigkeit, Interesselosigkeit, Motivationslosigkeit, Verweigerungshaltung, Schulunlust, Faulheit, Unterscheidung in „Haupt-“ und „Nebenfächer“;  

  2. selbstbezogene Eigenschaften, d.h. Egoismus, Geltungsdrang, Einfordern von Rechten, übertriebener Ehrgeiz, Konkurrenzdenken, „Streberverhalten“, fehlende Bereitschaft, an sich zu arbeiten, Konsumhaltung, Ignorieren von Pflichten, geringe Frustrationstoleranz, Unehrlichkeit;

  3. Disziplinlosigkeit, d.h. unangemessene Störungen und Unruhe, Nichteinhalten von gemeinsam verabredeten Regeln, Beschmutzung und Zerstörung;

  4. Außenorientierung, d.h. Überbetonung außerschulischer Aktivitäten und Orientierungen (z.B. materielle Werte, Nebenjobs), einseitig auf Vergnügen ausgerichtete Interessen;  

  5. Ausgrenzung Anderer durch Gruppendruck und Mobbing, d.h. Gruppenbildung gegen Andere, Ausübung seelischer, verbaler oder körperlicher Gewalt auf Andere, Rücksichtslosigkeit, anti-soziales Verhalten gegen Mitschüler und Lehrer;

  6. unzureichende Leistungsfähigkeit, d.h. Verweilen am Gymnasium trotz mangelnder Eignung nach der Erprobungsstufe;

  7. schlechte Arbeitstechniken.

Erwartungen an das Kollegium

Die im Folgenden beschriebenen Erwartungen des Kollegiums an die am Schulleben beteiligten Gruppen drücken die pädagogischen Idealvorstellungen aus, wie sie bei einer Erhebung im Februar 1999 schriftlich zum Ausdruck gebracht wurden.

Die Gesprächsoffenheit auf allen schulischen Ebenen soll dazu beitragen, dass alle am Schulleben des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Beteiligten die an sie gestellten Erwartungen kennen und sich darüber zum Wohle der Schule und der ihr anvertrauten jungen Menschen verständigen können. 

Als förderliches kollegiales Verhalten wird erwartet:

  1. hohe Ansprüche an die eigene Lehrerrolle, d.h. sich selbst eine fachliche und menschliche Vorbild- und Motorfunktion auferlegen, hohe psychische und physische Belastbarkeit und Frustrationsschwelle, Geduld und Nervenstärke, Leistungsbereitschaft, Einsatzfreude und Engagement, eine positive Einstellung dem Beruf und allen am Schulleben beteiligten Gruppen gegenüber, altersgemäßes Verständnis und Zuneigung für Schülerinnen und Schüler, Konzentration auf guten Unterricht mit hohen Leistungsansprüchen (gute Vorbereitung, methodische Bandbreite, lernergerechte Problemstellungen, fachliche und zeitgemäße Kompetenz, Pünktlichkeit), konsequente Ahndung von Fehlverhalten, ehrliches und konsequentes Verhalten bei Nachprüfungen, Bereitschaft zur Mehrarbeit (z.B. bei Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, schulischen Entwicklungsprozessen, Projekten), Fähigkeit, sich selbst in Frage stellen zu können und neidlos die Arbeit Anderer anzuerkennen;

  2. Zusammenarbeit mit Anderen, d.h. ausgeprägte Bereitschaft zur kollegialen Kooperation in allen schulischen Belangen, z.B. Austausch und gegenseitige Unterstützung hinsichtlich bestimmter Erfahrungen oder Problemfälle, Beschaffen von Unterrichtsmaterialien, unterrichtliches Wissen, Lerntechniken, Lernstile und Unterrichtsverfahren;

  3. gutes Betriebsklima, d.h. Identifikation mit den vereinbarten schulischen Grundsätzen (z.B. Schulprogramm), Entwicklung einer dauerhaften corporate identity im Sinne einer an-einem-Strang-ziehen-Haltung, Toleranz gegenüber Andersdenkenden, Diskussion und Kritik in einem Klima der vertrauensvollen Offenheit, Ehrlichkeit und sozialen Wärme (Wertschätzung, gegenseitige Achtung, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme)

  4. außerunterrichtliches Engagement, d.h. Teilnahme an Fortbildungen, Engagement bei der Gestaltung des Schullebens, Teilnahme an außerunterrichtlichen Veranstaltungen, Durchführung von Arbeitsgemeinschaften, Gestaltung des Schulgebäudes.

Als eher hinderliches Verhalten werden genannt:

  1. unkollegialer Umgang miteinander, d.h. Gruppenbildung, Ausspielen, Schlechtmachen, Nörgeln, geringe Bereitschaft zum kollegialen Gespräch und zu Absprachen, fortdauernde Mehrarbeit für Kolleginnen und Kollegen, die lange Fehlzeiten ohne Stundenreduzierung oder Aufgabe von Funktionsstellen für sich beanspruchen, Einzelkämpfertum und vornehmliche Wahrung von Eigeninteressen, Selbstbezogenheit, Selbstdarstellung und Geltungsdrang, Perfektionismus, Überheblichkeit, Arroganz Anderen gegenüber, bedrückende Dominanz;

  2. Job-Mentalität, d.h. Dienst nach Vorschrift, Gleichgültigkeit gegenüber Erziehungs- und Unterrichtsauftrag, innere Emigration, mangelndes Engagement und geringer Einsatz, geringschätzige Grundeinstellung, Selbstgefälligkeit und Desinteresse an neuen Entwicklungen, fehlende Identifikation mit der Schule, ineffektives Arbeiten;

  3. einseitiges Bildungsverständnis, d.h. Überbetonung der reinen Wissensvermittlung, zu einseitige kognitive Bildung ohne Berücksichtigung der sozialen, moralischen und personalen Kompetenzen, mangelndes pädagogisches Verständnis, Erzeugen von Angst und Leistungsdruck;

  4. Unbeständigkeit, d.h. Bestreben, es Allen recht machen zu wollen und von Allen gemocht zu werden, niedrige Frustrationsschwelle, Inkonsequenz bei Notengebung, Beurteilung nach der Erprobungsstufe oder Ahndung von Fehlverhalten, Buhlen um die Schülergunst.

Erwartungen des Kollegiums an die Schulleitung

Die im Folgenden beschriebenen Erwartungen des Kollegiums an die am Schulleben beteiligten Gruppen drücken die pädagogischen Idealvorstellungen aus, wie sie bei einer Erhebung im Februar 1999 schriftlich zum Ausdruck gebracht wurden.

Die Gesprächsoffenheit auf allen schulischen Ebenen soll dazu beitragen, dass alle am Schulleben des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Beteiligten die an sie gestellten Erwartungen kennen und sich darüber zum Wohle der Schule und der ihr anvertrauten jungen Menschen verständigen können.

Als oberstes Ziel der Schulleitung wird die Unterstützung der schulischen Arbeit genannt. Dies wird an sechs verschiedenen Bereichen festgemacht:

  1. Förderung eines guten Betriebsklimas (Wir-Gefühl, Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Schulleitung und Kollegium, Wertschätzung und Motivation des Kollegiums durch offenes Ohr, Kommunikationsfähigkeit, Kollegialität, Toleranz, Fairness, Berechenbarkeit, Sensibilität, Einfühlvermögen, Humor);

  2. kooperativer Führungsstil (transparente Entscheidungen, Kompetenz, gute Informationspolitik, Delegieren und Koordinieren, klare und verbindliche Regeln und Vorgaben, Durchsetzungsfähigkeit, Vorbildfunktion);

  3. Schaffen der organisatorischen und inhaltlichen Voraussetzungen zur Verwirklichung der pädagogischen Ziele (z.B. konsequente Ahndung von Fehlverhalten, effektive Stundenverteilung für bestimmte Vorhaben);

  4. Konfliktfähigkeit und Bemühen um Beruhigung und Integration in Krisensituationen, Ausgleich zwischen unterschiedlichen Ansprüchen, Rückendeckung des Kollegiums bei Auseinandersetzungen mit Eltern, Schülern und Behörden;

  5. Vertretung und Darstellung der schulischen Interessen in Kooperation mit dem Zeppelin-Gymnasium und dem Bergstadt-Gymnasium, in der Öffentlichkeit und gegenüber Behörden;

  6. Förderung, Unterstützung und Anerkennung von unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Aktivitäten und Projekten.

Als eher hinderliches Verhalten seitens der Schulleitung wird die Beeinträchtigung der schulischen Arbeit durch folgende Merkmale angesehen:

  1. Schwächen im Führungsstil (nicht-transparente Entscheidungen, alleinige Entscheidungen, Rückzug, Ungleichbehandlung und Polarisierung des Kollegiums, mangelndes Durchsetzungsvermögen, unzureichende Unterstützung des Kollegiums bei unpopulären Aufgaben, wie z.B. Benotung, Ahndung von Vergehen), Behinderung von Initiativen, Misstrauen;

  2. Überbetonung von öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten;

  3. gespanntes Verhältnis zu schulischen Mitwirkungsgremien und Behörden;

  4. Bestreben, es Allen recht machen zu wollen;

  5. Privilegien, Besserwisserei, Perspektiv- und Humorlosigkeit.

Erwartungen des Kollegiums an den Lehrerrat

Die im Folgenden beschriebenen Erwartungen des Kollegiums an die am Schulleben beteiligten Gruppen drücken die pädagogischen Idealvorstellungen aus, wie sie bei einer Erhebung im Februar 1999 schriftlich zum Ausdruck gebracht wurden.

Die Gesprächsoffenheit auf allen schulischen Ebenen soll dazu beitragen, dass alle am Schulleben des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Beteiligten die an sie gestellten Erwartungen kennen und sich darüber zum Wohle der Schule und der ihr anvertrauten jungen Menschen verständigen können. 

Als förderliches Verhalten des Lehrerrats wird die Unterstützung der Interessen des Kollegiums bei der Schulleitung, die Vermittlung und Schlichtung zwischen Kollegen und zwischen Schulleitung und Kollegium in Krisensituationen, das Schaffen eines guten und vertrauensvollen Betriebsklimas und einer positiven Arbeitsatmosphäre sowie die Förderung der Zusammenarbeit mit den Nachbargymnasien erwartet. Der Lehrerrat soll aufgabenorientiert, ausgleichend, kompromissbereit, einsatzfreudig und teamfähig sein.

Als eher hinderliches Verhalten seitens des Lehrerrats wird die Verhinderung der Vermittlungsfunktion durch Parteilichkeit (z.B. durch Kungelei, dauerhaftes Nachgeben gegenüber der Schulleitung, Vertretung partikularer Interessen, Verfolgung eigener Ziele), mangelndes Feingefühl hinsichtlich der Stimmung im Kollegium, Beschränkung auf Organisation von Feierlichkeiten oder zu starke Unterstützung außerunterrichtlicher Aktivitäten angesehen.

Erwartungen des Kollegiums an die am Schulleben beteiligten Gruppen

Die im Folgenden beschriebenen Erwartungen des Kollegiums an die am Schulleben beteiligten Gruppen drücken die pädagogischen Idealvorstellungen aus, wie sie bei einer Erhebung im Februar 1999 schriftlich zum Ausdruck gebracht wurden.

Die Gesprächsoffenheit auf allen schulischen Ebenen soll dazu beitragen, dass alle am Schulleben des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Beteiligten die an sie gestellten Erwartungen kennen und sich darüber zum Wohle der Schule und der ihr anvertrauten jungen Menschen verständigen können. 

Als förderliches Elternverhalten wird erwartet:

  1. Unterstützung der schulischen Arbeit durch vertrauensvolle Zusammenarbeit und häufige Dialoge zwischen Schülern, Eltern und Lehrern in allen den Unterricht und die Erziehung betreffenden Fragen, Interesse am Schulleben und Engagement bei Schulveranstaltungen, in Mitwirkungsgremien und bei der Mitwirkung am Schulprogramm;

  2. gewissenhafte Erfüllung des Erziehungsauftrags, d.h. Wahrnehmung der elterlichen Vorbildfunktion bei der Charakterbildung (Vermittlung sozialer und moralischer Werte und personaler Kompetenzen), Unterstützung der Kinder in Krisensituationen, liebevolle und konsequente Erziehung, Vermittlung von Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit, Selbständigkeit, Schaffung und Förderung des Leistungswillens in allen Fächern;

  3. Aufgeschlossenheit in Beratungsgesprächen, d.h. Offenheit und Entgegennahme von Ratschlägen,  Einsicht in schulische Beurteilungskriterien, Akzeptanz von Empfehlungen zum Wohle des Kindes.

Als eher hinderliches Verhalten seitens der Eltern werden genannt;

  1. die Beeinträchtigung der schulischen Arbeit durch Gleichgültigkeit und Desinteresse gegenüber der Schule, Passivität, Abwesenheit, Notenfixierung, Schlechtmachen der Schule, Behinderung der schulischen Erziehungsarbeit, geringschätzige Meinung über Lehrer, misstrauische Kontrolle;

  2. inkonsequentes Erzieherverhalten, z.B. durch fehlendes Familienleben, Stärkung des kindlichen Egoismus, Ungeduld und Zeitmangel, Ruhelosigkeit, Hektik, Stress, Leistungsdruck, fehlende Vorbilder