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Das Projekt "Erwachsen werden" - Stärkung des Selbstbewusstseins als ein wichtiger Aspekt der Drogen und Gewaltprävention

von Ina Rogge

 

In der heutigen Gesellschaft, in der Jugendlichen oftmals der familiäre Halt fehlt, sie sich mit immer mehr Eindrücken auseinander setzen und immer wieder selbstständig sich ihren eigenen Weg suchen müssen, ist es um so wichtiger, auch in der Schule die Persönlichkeitsentfaltung und soziale Kompetenz der Schüler zu fördern. Hierbei sollte nicht nur auf schon vorhandene Probleme reagiert werden, sondern auch die Ursachen für Fehlverhalten beseitigt werden, um Flucht in den Alkoholismus und Drogen, Ausländerfeindlichkeit, Frust und fehlendem Selbstbewusstsein entgegen zu wirken. Dies kann man, indem man Schülern Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstdisziplin vermittelt. Schüler müssen lernen, ihre eigenen Interessen und Stärken zu erkennen und – gegen den Widerstand anderer - zu verfolgen, aber gleichzeitig auch Verantwortung für andere zu übernehmen und deren Interessen zu achten. Auf diese Weise reduziert man ihre Gewaltbereitschaft und Suchtgefährdung.

Eine Möglichkeit, dies außerhalb des Fachunterrichts zu leisten, bietet das Projekt „Erwachsen werden“ von Lions-Quest, das in unserer Schule Teil unseres Schulprogramms ist.

1984 in den USA entwickelt, wurde es 1997 in Deutschland eingeführt und im Jahre 2000 mit Hilfe von Prof. Dr. Hurrelmann im Hinblick auf deutsche Gesellschaftsstrukturen überarbeitet. Es richtet sich an 10 bis 15-Jährige und ist in 70 Lektionen und 7 Kapitel, die jeweils einem Thema gewidmet sind und aufeinander aufbauen, eingeteilt. Diese Kapitel beginnen bei dem Einzelnen, gehen dann über das soziale Umfeld bis zur Entwicklung von ganzen Lebensentwürfen. Themen sind „Ich und meine Gruppe“, „Stärkung des Selbstvertrauens“, „Mit Gefühlen umgehen“, „Die Beziehung zu meinen Freunden“, „Mein Zuhause“, „Es gibt Versuchungen: Entscheide dich“ und „Ich weiß, was ich will“. Ein Zusatzkapitel geht auf Probleme und Möglichkeiten in der Zeit der Pubertät ein. In Interaktionsspielen, Rollenspielen, Diskussionen und mit Hilfe der Erarbeitung von Beispielen werden Verhaltensweisen wie die Eigenwahrnehmung, Selbstreflexion, das Aufeinanderzugehen, das Zuhören, das einander Verstehen, das „Nein!“-Sagen … geübt.

Eine Besonderheit dieses Projekts besteht darin, dass die Eltern mit in den Prozess der Persönlichkeitsentfaltung ihres Kindes miteinbezogen werden. Vor jedem Kapitel werden sie über Inhalt und Ziele informiert; und in Workshops sollen sie die Empfindungen ihrer Kinder am eigenen Leib erfahren. Erfreulicherweise hat sich an unserer Schule Frau Toop bereit erklärt die Elternarbeit zu übernehmen. Zudem gibt es neben dem Lehrerordner auch ein Schüler- und ein Elternheft.

Angesetzt ist dieses Programm bei uns für die Klassen 5 bis 8, wobei bislang eine Klassenstunde hierfür eingerichtet wurde. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule sind – dank der finanziellen Unterstützung des Lions Club Lüdenscheid-Lennetal – inzwischen berechtigt, dieses Programm in den Klassen durchzuführen. Wegen der neuen Stundentafel in der S I ab dem Schuljahr 2005/06 wird das Projekt vorübergehend schwerpunktmäßig nur noch in Klassen 5 und 6 durchgeführt.