Polizeiliches Fahrsicherheitstraining für Staberger Gymnasiasten


von Uwe Wolff

Für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II hat die Benutzung des Autos und die damit verbundene Mobilität in der Freizeit eine große Bedeutung. Vor allem an den Wochenenden wird der PKW dazu benutzt, auch weiter entfernt liegende Treffpunkte, z.B. Diskotheken, Konzerte, Kinos… anzusteuern. Gerade diese Fahrten führen aufgrund altersspezifischer Verhaltensweisen in Gruppen, wie erhöhte Risikobereitschaft und Imponiergehabe, häufig zu schlimmen Unfällen.

Schulungsbus des
Verkehrssicherheitstrainings

Überhöhte Geschwindigkeit, unzureichende Fahrpraxis, Alkohol- oder Drogenkonsum, das Hören aggressiver Musik vor allem bei Nachtfahrten sind mögliche Auslöser dieser sogenannten „Disko-Unfälle”. Der überproportionale Anteil von Unfallopfern in der Altersgruppe der 18 – 25-jährigen stellen deshalb ein wichtiges Thema in der Verkehrserziehung in der Sek. II dar.

Der Märkische Kreis und die Kreispolizeibehörde bieten daher seit September 2002 ein polizeiliches Fahrtraining an mit den Bausteinen Gefahren erkennen, Gefahren vermeiden, Gefahren bewältigen.

Auf dem Gelände der Firma Dornbracht in Iserlohn haben seitdem etwa 2700 Schülerinnen und Schüler an dieser Maßnahme teilgenommen.

Am Mittwoch, den 18. Mai 2005 konnte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Zeppelin- und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums fahrpraktische Erfahrungen in Grenzsituationen mit ihren eigenen Autos sammeln.

Die Ängste der Teilnehmer bzw. deren Eltern vor Unfällen innerhalb eines solchen Fahrtrainings konnten die beiden Verkehrsicherheitstrainer Rudi Miliniewitsch und Axel Strüver schon im Vorhinein zerstreuen. Seit Bestehen dieser Maßnahme - die Wagen sind alle Vollkasko versichert - hat es noch nie einen Unfall gegeben.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es an die Fahrzeuge. Nach einem einleitenden Slalom wurden den Teilnehmern die richtige Handhaltung am Lenkrad, Sitz- und Gurteinstellung erklärt. Ein weiterer Durchgang im Slalomparcours mit  Viertel-vor-drei – Lenkradhaltung zeigte daraufhin schon erste Erfolge. Die anfängliche Unsicherheit mancher Teilnehmer wich zusehends.

Vollbremsung mit
Ausweichmanöver Training auf der
Kreisbahn

Die sog. Kreisbahn wurde anschließend mit Beifahrer sowohl rechts- als auch linksherum befahren. Beginnend mit ca. 30 km/h wurde die Geschwindigkeit bis zum Ausbrechen des Fahrzeugs gesteigert. Der Fahrer konnte sich auf die rasante Kurvenfahrt konzentrieren, der Beifahrer sagte die augenblickliche Geschwindigkeit an. Bei max. Tempo von 50 – 55 km/h flogen die äußeren Begrenzungspylonen.

Es folgten die Übungen: Bremsen in der Kurve auf nasser Fahrbahn, Vollbremsungen aus 30/50/60 km/h, auf trockener Fahrbahn, einseitig nass, komplett auf nassem Untergrund, zunächst ohne anschließend mit Ausweichen vor Hindernissen.

Hier wurde allen Teilnehmern sehr deutlich, zu welchen Folgen überhöhtes Tempo – z.B. 50 km/h in einer 30-er  Zone- im Falle eines Unfalls führen kann. Nimmt man nämlich noch die berühmte „Schrecksekunde” hinzu, die beim Ausweichen auf Handzeichen geübt wurde, war spätestens dann allen klar: Hält man sich in einer Tempo 30-Zone an die vorgeschriebene Geschwindigkeit, hat man noch ausreichend Zeit zu bremsen. Bei einem Unfall mit 50 km/h haben angefahrene Personen und speziell kleinere Kinder keine Chance.

Nach einer abschließenden gemeinsamen Auswertung waren sich alle Teilnehmer über die Notwendigkeit und Effizienz eines solchen Fahrtrainings einig.