Mitreißendes Jubiläumskonzert


WR v. 22.10.06  - Lüdenscheid. (AL) “Es war wunderschön”, meinte eine Besucherin am Samstag nach dem Jubiläumskonzert in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Mit dieser Meinung war sie nicht allein. Schon zum zehnten Mal hatte sich der Shanty-Chor MK Bielefeld mit einem mitreißenden Chorkonzert, betitelt: “Die maritime Hitparade”, in der fast voll besetzten Aula präsentiert. Nach dem herzlichen Willkommensgruß von Direktorin Antje Malycha, die auch den stellvertretenden Bürgermeister Jens Voß begrüßen konnte, führte Hans-Günter Lokowand durch ein kurzweiliges Programm, das alle begeisterte.

Gleich zu Beginn stellte Moderator Lokowand besonders heraus, dass auch das Stammpublikum aus dem Altenheim Haus Elisabeth zum zehnten Mal - diesmal mit 32 Personen - dabei sei, und ebenso die Seniorinnen und Senioren aus den beiden Karl-Reeber-Einrichtungen schon dreimal das Shanty-Chor-Konzert besuchten. Zum Dank wurde dem Publikum ein beifallspendender “Kutterläufer” des Chores, eine “Steigerung vom Dankeschön”, wie er sagte, übermittelt.

Die maritimen Ohrwürmer des Programms kamen an beim Publikum. Das wurde sichtbar durch mehr oder weniger starkes Fußwippen, Mitsummen oder auch Schunkeln der Konzertbesucher. Wenn auch zuerst nur zögerlich, so war spätestens beim “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…” der Bann gebrochen und das Schunkeln und rhythmische Klatschen erfasste den ganzen Saal.

Ob das gefühlvolle Lied “Kleine Möwe, flieg nach Helgoland…”, das kräftig geschmetterte “Wir sind Kameraden auf See…” oder das sehnsüchtige “Seemann, lass das Träumen…” - man war begeistert von dem vielstimmig und klangvoll vorgetragenen Repertoire des Chores. Etwa zwei Dutzend bekannte Lieder, wie beispielsweise auch “Alo-ahe…”, mit dem der Shanty-Chor bereits 1977 deutsche Meister-Ehren einheimste, gingen dem Publikum ins Ohr.

Etwas Besonderes hatte sich der Chor anlässlich seines Zehnjährigen ausgedacht: Bereits im vorigen Jahr wurden Listen mit 59 Liedtiteln verteilt, von denen die 25 beliebtesten anzukreuzen waren. In diesem Jahr nun gab es quasi eine selbst gewählte Hitparade. Es sollte dabei erraten werden, welche der Lieder die drei Favoriten des Publikums sind. Als Gewinn winkte eine Freikarte für das nächste Konzert in Lüdenscheid.

Die Spannung stieg, je später der Abend wurde. Nach gut zwei Stunden erfuhren die Besucher: Auf Platz drei kam das melancholische “Molly Malone”, auf Patz zwei das Friesenlied mit “Wo die Nordseewellen schlagen…” und als meist gewünschtes war “La Paloma” angekreuzt worden.

Für zwerchfellerschütternde Abwechslung zwischen den Chorgesängen sorgte Dieter Schürmann. Mit seinen Witzen und Kalauern traf er ins Schwarze und brachte den Saal zum Toben. So ging es um das “besinnliche” Gemüt der Ostfriesen, falsch ausgelegte Hepatitis oder den Besuch auf dem Flohmarkt, auf dem man seine Oma nicht losgeworden war.

 

Für den richtigen Schwung des Abends war nicht zuletzt Chorleiter Christoph Fischenbeck verantwortlich, der seine knapp fünfzig Sänger und fünf Instrumentalisten gut “im Griff” hatte. Zu den Solisten gehörten neben Hans-Günter Lokowand Johann Reck, Roland Kreier-Hardung, Wilfried Mühlhardt, Werner Westphal.

In der Pause boten die Mitglieder und Freunde des Fördervereins allerlei Speisen und Getränke an, so dass niemand hungrig oder durstig bei der zweieinhalbstündigen “maritimen Hitparade” werden musste.