Elterninitiative stößt auf große Resonanz


WR v. 06.11.07 - Barbara Zacharias und Heinz Joachim Schindler haben das ausgesprochen, was viele Eltern – und auch Lehrer – denken: Durch die Reduzierung der Gymnasiallaufbahn auf acht Jahre ist die Belastung der Kinder enorm gestiegen.

Wie die Westfälische Rundschau am 20. Oktober ausführlich berichtete, haben die Klassenpflegschaftsvorsitzenden der 6a des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ein Schreiben an die Landeselternschaft der Gymnasien formuliert. Inhalt: Ein Sechst- klässler mit 33 Wochenstunden kommt gegen 15 Uhr ausgehungert nach Hause und setzt sich dann noch an die Hausaufgaben. Addiere man die 33 Unterrichtsstunden mit durchschnittlich 12 Stunden Hausaufgaben pro Woche komme man auf 37 Zeitstunden Wochenarbeitszeit – für 11-Jährige. Die Bitte an die NRW-Ministerin für Schule und Weiterbildung, Barbara Sommer: Die Reform – Abitur in acht Jahren – sollte nachgebessert werden. Die Resonanz war groß: In zahlreichen Emails und Telefonaten meldeten sich andere Eltern bei Barbara Zacharias. Auch bei der NRW-Landeselternschaft sind inzwischen zahlreiche ähnliche Schreiben eingegangen.

Fernsehteam vor Ort 

Gestern war der WDR Siegen zu Gast im Geschwister-Scholl-Gymnasium, um diese Problematik für einen Fernseh-Beitrag zu thematisieren. Neben Barbara Zacharias und Heinz Joachim Schindler kamen auch Schulleiterin Antje Malycha, Erprobungsstufenleiterin Ulrike Rohlmann, WR-Redakteurin Susanne Illhardt sowie betroffene Schüler zu Wort. Gesendet wird der Beitrag am kommenden Freitag, 9. November, ab 19.30 Uhr im WDR. Live im Studio ist die Schulpflegschaftsvorsitzende Andrea Toop.  Schulleiterin Antje Malycha fasste gestern die Probleme in Worte: Grundsätzlich sei man mit dem Abitur in acht Jahren einverstanden. Allerdings fehlten die Rahmenbedingungen wie eine bessere personelle Ausstattung der Gymnasien. Die beste Lösung für die Kinder wäre Ganztagsunterricht, was im Moment nicht machbar sei. Antje Malycha: „Es muss noch viel geschultert werden.” Dies sei nur mit der Hilfe von Ehrenamtlichen machbar. Ein Beispiel: Die neue Caféteria, die rund 60 Eltern organisieren. Am Scholl-Gymnasium versuche man, den Unterricht liebevoll zu gestalten, um den Druck ein bisschen von den Kindern zu nehmen. Barbara Zacharias und Heinz Joachim Schindler betonten gestern, dass sie nicht eine Kampagne starten, sondern die Situation verbessern wollen. Heinz Joachim Schindler: „Es ist ja ein landesweites Problem.” Schulpflegschaftsvorsitzende Andrea Toop hätte sich auch eine andere Umsetzung der Reform gewünscht: „Die Klassen 5 bis 10 könnten normal laufen, die 11 wird gestrichen und der Unterrichtsstoff auf die zweijährige Oberstufe verteilt.” Dann seien die Schüler auch belastbarer.