Kinobesuch der Lateinkurse der Jgst 9


Bericht von Marco Hoffmann (Kl. 9b)

Im Rahmen des Lateinunterrichts besuchten die Lateinkurse der neunten Klassen von Herrn Dr. Herrmann und Herrn Porrozzi als Exkursion den Film „Der Adler der neunten Legion” im Parktheater. Wir sahen den Film, da er eine optimale Ergänzung zu unserer jetzigen Unterrichtsreihe ist, in der wir uns mit der Britannienexpedition Cäsars auseinandersetzen.

*In dem Film, der im Jahr 140 n. Chr. spielt, geht es um den römischen Befehlshaber Marcus Flavius Aquila, dessen Vater zwanzig Jahre zuvor im für Rom uneinnehmbaren Norden Britanniens die gesamte 5000 Mann starke

  1. Legion sowie deren Legionsadler verloren hat. Neben dem enormen militärischen Verlust ist der Raub des goldenen Legionsadlers durch britannische Kelten eine große Schmach für Rom, weil der Adler als Feldzeichen für Rom heilig ist. Deshalb macht sich der kaum erfahrene Marcus mit seinem britischen Sklaven und Freund Esca auf, den Adler zurückzubringen und die Ehre seiner Familie wiederherzustellen. Hierbei setzt er sich nicht nur mit Einheimischen auseinander, sondern es kommt auch der Punkt, an dem Esca entscheiden muss, ob ihm sein Treueschwur gegenüber Marcus oder seine eigene Freiheit wichtiger ist. Ein sehenswerter und spannender Film um Freundschaft, Ehre, Treue Verrat und Vertrauen*.

In dem Film fanden wir viele uns bereits aus unseren Übersetzungen von Cäsar bekannte Elemente wieder; schließlich ist der Film nicht komplett realistisch, lehnt sich aber doch an vielen Stellen an die wirkliche Geschichte an. Natürlich kam uns der Legionsadler direkt bekannt vor, den wir bereits bei der Landung der Römer in Britannien kennengelernt hatten. Hier ermutigt der Adlerträger die verzweifelten Legionäre in einer schwierigen Situation weiterzukämpfen und die Landung fortzusetzen, indem er selber mit dem „Heiligtum” vorangeht und so einen Sammelpunkt für die Truppen bietet. Schließlich verlangt es die Ehre einer Legion, den Adler bis zum letzten Mann zu verteidigen, sowie wir es sowohl aus Cäsars Schriften als auch aus dem Film lernten.

Gemeinsamkeiten gab es auch insofern, dass wir die britischen Streitwagen wiederfanden, die bei den Römern wegen ihrer verheerenden Wirkung gefürchtet waren. Hinzu kommt, dass die barbarischen Britannier sich auch im Film mit dem blau–grünen Extrakt des Waid anmalen, um den Feinden noch mehr Angst einzujagen. Auch kannten wir sowohl aus der heutigen Realität und Cäsars Büchern das bescheidene Wetter Britanniens, das auch im Film einen erheblichen Einfluss hat.

Allerdings geht der Film an manchen Stellen auch über das historisch Belegbare hinaus. Zwar kämpfte die 9. Legion auch öfters in schweren Schlachten in Britannien, doch hier werden ungefähr ein Dutzend Greise, die vor 20 Jahren Deserteure der Legion gewesen sind, zurück zu den Waffen gerufen, um sich anschließend erfolgreich gegen hunderte Krieger zu wehren. Noch an ein paar anderen Szenen wird der Film auf Kosten der Logik actionreicher, doch insgesamt ist er ein lohnender historischer Leckerbissen, in dem man weitestgehend alles nachvollziehen kann.