Sprachendorf Italienisch


In ganz Lüdenscheid spricht man deutsch – in ganz Lüdenscheid? Nein, in einem kleinen Dorf inmitten des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Lüdenscheid ist die Amtssprache italienisch – dem Sprachendorf Italienisch. Um zu diesem Dorf zu gelangen, muss man mit dem Zug fahren, kann sich dort in einer Bar erfrischen und anschließend zum Shoppen bei „Vestiti Armani” einkehren.

Diese drei verschiedenen Stationen konnten am 15.09.2011 die Schülerinnen und Schüler im WP II Kurs Italienisch (Klasse 9) bei Frau Spickermann am eigenen Leib erleben. Schon in der ersten Unterrichtswoche nach den Ferien begannen sie sich auf diese drei im vergangenen Schuljahr bereits erarbeiteten Situationen erneut einzustellen, um so in einem authentisch wirkenden Rahmen typische Dialoge in diesem Kontext zu führen. Unterstützung bekam Frau Spickermann von dem 11er Grundkurs Italienisch der Einführungsphase, 12 Schülerinnen und Schüler, welche mittlerweile im 4. Jahr Italienisch lernen und somit die einheimische Bevölkerung des Sprachendorfs präsentierten, mit welcher sich die jüngeren Schülerinnen und Schüler unterhalten haben – natürlich in italienischer Sprache.

Hintergrund dieses Sprachendorfs ist, dass die Schülerinnen und Schüler vor dem Hintergrund sich verändernder Lehrpläne immer mehr an mündliche Prüfungen gewöhnt werden sollen. Normalerweise werden die Sprachkenntnisse der Schülerinnen und Schüler auf dem klassischen Weg mit Hilfe von Klassenarbeiten abgefragt, in Tests, die nur wenig über die aktive Sprachfähigkeit der Schüler aussagen. Doch diese gilt es im Sprachendorf unter Beweis zu stellen. Die Schüler bekommen die zu bewältigenden Themen im Vorfeld vorgestellt und haben die Gelegenheit, Dialoge stichpunktartig vorzubereiten. Dann bestellen oder kaufen sie etwas bei Fachkolleginnen und -kollegen oder auch sehr guten Schülerinnen und Schülern. Diese geschulten Sprecher sind so auch in der Lage im Sinne der individuellen Förderung das Niveau und den Inhalt des Dialogs zu variieren. Im Anschluss daran vergibt der Experte Punkte für Sprachrichtigkeit, Ausdruck, Wortschatz und sprachliche Selbständigkeit, welche dann nach einem Punkteschlüssel eine Note ergeben.

Hierdurch werden vor allem Hör- und Sprechfertigkeiten geprüft, besonders im Sinne eines modernen kommunikativen Fremdsprachenunterrichts, der situatives Handeln in den Vordergrund stellt. Das macht das Lernen viel lebendiger und nachhaltiger, da nicht nur mehr Sinne angesprochen werden (z.B. auch Geschmacks- und Tastsinn), sondern zu der kognitiven Verarbeitung auch zahlreiche Emotionen kommen können, die das Gelernte viel einprägsamer werden lassen können.