Berufsorientierung in der Klasse 5


2019 machen die Schülerinnen und Schüler der jetzigen 5. Klassen an unserer Schule das Abitur – und dann? Man mag meinen, dass dieser Termin noch sehr weit weg ist, aber andererseits kann man nie früh genug damit beginnen, sich mit dem Thema Berufswahl vertraut zu machen, indem an verschiedenen Stellen in der Schullaufbahn bewusst das Thema Studien- und Berufsorientierung auf dem Lehrplan steht. So vermitteln auch verschiedene Fächer im Rahmen der ökonomischen Bildung den Schülerinnen und Schülern schon ab Klasse 5 Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche sie später auch im Berufsleben brauchen.

Eines dieser Fächer ist das Fach Erdkunde, welches sich in Klasse 5 mit dem Thema „Wo viele Menschen leben und arbeiten” beschäftigt. Aus diesem Grund hat Bianca Spickermann, Erdkundelehrerin der Klasse 5a und Studien- und Berufskoordinatorin der Sekundarstufe I, den Kindern der Klasse 5a die Gelegenheit verschafft, einen realistischen Einblick in die Berufswelt zu erlangen.

Sie sprach die Eltern der Klasse an und erfragte, wer von ihnen Lust und Zeit hätte, aus seinem aktuellen oder früheren Berufsalltag zu berichten und konnte Frau Hofmann-von-Kap-herr und Herrn Gutland für diese Aktion gewinnen. Am Mittwoch, den 1. Februar 2012 waren die beiden während der Erdkundestunden in der Klasse 5a zu Gast und haben sehr anschaulich aus ihrem Arbeitsleben berichtet.

Frau  Hofmann-von-Kap-herr war bis zur Geburt ihrer Kinder als Dipl. Ing. für Medizintechnik (Neonatologie) tätig und hat an der Weiterentwicklung von Inkubatoren gearbeitet, diese weltweit vertrieben, Schulungen durchgeführt und vieles mehr geleistet. Die besondere Notwendigkeit von Inkubatoren konnte Frau Hofmann-von-Kap-herr den Kindern erklären, indem sie eine kleine Puppe und eine Getränkedose mitgebracht hat. „So klein ist ein Frühchen und so wenig wiegt es. Es passt gerade einmal auf meine Hand. Ein zum normalen Zeitpunkt geborenes Kind wiegt so viel wie zwei große Wasserflaschen und ist so groß wie mein gesamter Unterarm”.

Auch Herr Gutland konnte anschaulich aus seinem Berufsalltag als ADAC-Straßenwachtfahrer berichten. Als gelernter KFZ-Mechaniker sieht sich der Pannenprofi als Helfer in allen Lebenslagen – nicht umsonst werden er und seine rund 1.700 Kollegen auch als „Gelbe Engel” bezeichnet. Neben seinem Werdegang, der Struktur des ADACs und seinen alltäglichen Herausforderungen erzählte Herr Gutland auch Anekdoten, wie beispielsweise eine lustige Autoöffnungsaktion, bei welcher ein sich im Fahrzeug befindlicher Hund immer wieder den Türknopf herunterdrückte, sobald Herr Gutland diesen hochgezogen bekam. Hierdurch wurde allen deutlich, dass nicht nur fachliches Wissen sondern auch Ideenreichtum, Kreativität und Flexibilität gefragt sind, denn nach einem Ablenkmanöver mit einem Leckerli konnte das Auto erfolgreich geöffnet werden.

Den Schülerinnen und Schülern der Klasse 5a hat diese etwas andere Unterrichtsstunde sichtlich Spaß gemacht. Interessiert haben sie beide Eltern mit Fragen zu ihren Berufen gelöchert und auch bei der Nachbesprechung in der folgenden Erdkundestunde von diesem Erlebnis geschwärmt. Auf die Frage hin, was sie denn einmal werden wollten, wussten einige auch schon Antworten. „Chef oder Multimillionär” sagte der eine, „Veterinärmedizin – das ist das gleiche wie Tierärztin, klingt aber cooler” eine andere. Viele weitere Schülerinnen und Schüler hatten auch schon grobe Vorstellungen, irgendetwas mit Tieren, ein Beruf wo man jemandem helfen kann, etwas mit Autos oder aber Komiker – die Berufswünsche der Klasse 5a sind so vielfältig wie die Kinder es auch sind.