Fahrt der Lateinkurse EF in die ewige Stadt


Auch in diesem Jahr galt es wieder für die Lateinerinnen und Lateiner des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit Rom das Caput mundi der antiken und christlichen Welt als Abschluss ihrer altsprachlichen Karriere aufzusuchen, um die bislang nur aus den Büchern bekannten Orte hautnah zu erleben.

Nach langer Vorbereitung hieß es schließlich am 21. Juni Abflug für 37 Schülerinnen und Schüler, zwei Abiturienten und das Betreuerteam unter der ehrwürdigen Leitung des Lüdenscheider Römers Dr. Wolfgang Herrmann. Nach einem ruhigen Flug von Köln/Bonn nach Ciampino erreichten wir unser Quartier in der Nähe von Santa Maria Maggiore unweit des Kolosseums und ließen den Abend bei einer Pizza, die nicht die Letzte bleiben sollte, ausklingen.

Antiqua Roma – unter diesem Motto stand der erste Tag in Rom, an dem antike Kulturstätten wie Circus Maximus, Forum Romanum, das Kolosseum im Fokus standen, um die antiken Anfänge der Tiber-Metropole zu erleben. Nach einer der römischen Hitze geschuldeten Siesta am Nachmittag hieß es nun, die Kräfte wieder zu mobilisieren und die Abendstunden einzuläuten. Um das abendliche Flair Roms auf wiederum besondere Weise zu erleben, stand für die Gruppe ein Besuch in den engen Gassen des Viertels Trastevere an, wo die kulinarischen Verlockungen auch den größten Hunger zum Erliegen brachten.

Götter und ihr Einfluss dominierten den zweiten Tag der Exkursion. Nach dem Besuch des Vatikans und des Petersdoms als Zentrum der katholischen Kirche setzten wir unseren Gang über die Piazza Navona zum Pantheon, einer architektonischen Meisterleistung der Römer zu Ehren aller Götter, fort. Dass eine Reise nach Rom von 4 Tagen zu kurz ist, alle Facetten dieses höchst spektakulären Ortes zu ergründen, war wohl spätestens jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt klar geworden. Um diesem Problem jedoch Abhilfe zu schaffen, machten wir uns zum Trevibrunnen auf. Durch den sagenhaften Wurf einer Münze aus der rechten Hand über die linke Schulter in diesen Brunnen kann sich jeder noch einmal die neuerliche Rückkehr nach Rom sichern, was auch gerne in Anspruch genommen wurde, obwohl die spektakuläre Brunnenkonstruktion durch Bauarbeiten beeinträchtigt waren, ehe wir den Abend an der Spanischen Treppe verbrachten.

Während die ersten beiden Tage dadurch geprägt waren, sich die oberirdischen Sehenswürdigkeiten anzusehen, hieß es am dritten Tag, sich in die Unterwelt der Katakomben von San Sebastiano an der Via Appia Antica gelegen aufzumachen. Hierbei handelt es sich um frühchristliche Begräbnisstätten, in denen über 750.000 Menschen beigesetzt wurden. Für einen Großteil der Gruppe stand im Anschluss ein Besuch des Strandes von Ostia auf dem Programm, um die vielfältigen Eindrücke sacken zu lassen. Dadurch, dass es sich um den letzten Abend in Rom handelte und man noch einmal das Flair genießen wollte, hieß es auf den Gianiculo zu steigen, um mit einem Panoramablick über das nächtliche Rom belohnt zu werden.

Auch wenn Rom als Zentrum der katholischen Welt gesehen muss, zeigte sich am letzten Tag der Reise, dass auch im Schatten des Vatikans religiöse Minderheiten lebten. Der nicht-katholische Friedhof, der infolge Roms als „place to be” im 19. Jahrhundert und dem damit verbundenen Zuzug von Nicht-Katholiken errichtet wurde, ist insbesondere für die deutsche Geschichte von großer Bedeutung. So bestattete niemand geringerer als Goethe seinen Sohn August in der von ihm so innig geliebten und ihn inspirierenden Stadt.