Fahrsicherheitstraining für Staberger Schülerinnen und Schüler

Bericht von U. Wolff


Bei dem traditionellen  12. Jugendforum zur Prävention von Verkehrsunfällen am Staberg “Traffic Deadline - Der Tod auf dem Weg nach Hause” am 30.09.2016 bot der Verkehrskoordinator des Geschwister-Scholl-Gymnasiums U. Wolff den anwesenden Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich für ein Fahrsicherheitstraining der Verkehrswacht anzumelden. Das erklärte Ziel von ‘Traffic Deadline’ ist, junge Fahrerinnen und Fahrer auf Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen und zur Senkung der Unfallzahlen im Märkischen Kreis beizutragen.

Dieser Maxime folgend, konnten nun die angesprochenen Fahranfänger in der Praxis erproben, Fehlverhalten mit dem eigenen Auto zu vermeiden. Aufgrund des großen Interesses wurde an zwei aufeinander folgenden Tagen, dem 17. und 18.11.2016, auf dem Verkehrsübungsplatz im Sauerland-Park Hemer für 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Fahrsicherheitstraining nach den Richtlinien des DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) für die Staberger Gymnasiasten durchgeführt.

 

Die Moderatoren, die Polizeihauptkommissare Axel Strüver und Uwe Düchting, begrüßten die jungen Fahranfänger, teilweise in Begleitung eines Elternteils, im Seminarraum der Verkehrswacht. In ihrer Ansprache berichteten die beiden Sicherheitsberater den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von ihren Erfahrungen bei der Aufnahme von Unfällen. Hier seien vor allem junge Fahrer im Alter von 18 – 25 Jahren überdurchschnittlich häufig beteiligt. „Überhöhte Geschwindigkeit ist dabei die Hauptunfallursache für oft tödlich verlaufende Unfälle”, so Axel Strüver.Hierdurch wurden den Teilnehmern die besonderen Gefährdungen junger Fahrer nachhaltig ins Bewusstsein gerückt und der Sinn und Zweck für ein solches Fahrtraining deutlich: sicherheitsbewusstes, rücksichtsvolles und verantwortliches Handeln im Verkehrsraum. Wobei nicht nur Fahrmanöver geübt werden sollen, die eine Unfallwahrscheinlichkeit verringern, sondern auch die Folgen eines Unfalls mindern können.

Die erste fahrpraktische Aufgabe war Slalomfahren. Die Geschwindigkeit konnte von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zunächst frei gewählt werden. In der anschließenden Nachbesprechung gingen die Moderatoren auf typische Fehler beim schnellen Richtungswechsel ein:

  • Übergreifen oder einhändiges Drehen mit der flachen Hand beim Lenken,
  • zu kurzer Blick vor die Motorhaube und
  • falsche Sitzposition, meist zu weit vom Lenkrad entfernt.

Wie man es richtig macht zeigte Strüver den Schülerinnen und Schülern vor den nächsten Durchgängen:

  • Hände in „Viertel vor Drei”-Position am Lenkrad und Arme überkreuzen beim Lenken,
  • Blick weit vorausschauend auf die letzte Pylone und
  • etwa eine knappe Armlänge Abstand (bis zum aufliegenden Handgelenk) zum Lenkrad, Beine und Arme leicht gebeugt und die Schultern fest in den Sitz gepresst.  

 

In den darauf folgenden Fahrmanövern ließ sich schon das zunehmende Fertigkeitsniveau der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beobachten.

Und bei allem ernsten Hintergrund dieses Fahrtrainings kam auch der Spaß an der Sache nicht zu kurz, was vor allem an der freundlichen und lockeren Art der beiden Moderatoren lag. Es folgten Übungen wie Gefahrbremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten und das Erfahren von Fliehkräften und Grenzen der Fahrphysikin der Kreisbahn. Außerdem Funktion und Wirkung von ABS und ESP. „Die Aufgaben haben mir meine Grenzen aufgezeigt und mir gezeigt, dass man sich doch besser der Verantwortung bewusst wird, die man im Straßenverkehr zu tragen hat”, meinte einer der Schüler.

Richtiges Bremsen in der Kurve (auch auf nasser Fahrbahn), Bremsen geradeaus einseitig glatt sowie Bremsen und Ausweichen vor einem Hindernis auf glatter Fahrbahn waren weitere Lektionen dieses Lehrgangs. Die Übungen hierzu waren so aufgebaut, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Aufgaben, die ihnen die Moderatoren stellten, zunächst selbstständig mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu bewältigen versuchten. Nach einer kurzen Besprechung mit Korrekturanweisungen begaben sie sich anschließend erneut an die Fahrmanöver, die ihnen fast durchweg besser gelangen.

Nach der abschließenden gemeinsamen Auswertung waren sich die Schülerinnen und Schüler über die Notwendigkeit und Effizienz eines solchen Fahrtrainings einig.