Hans und Sophie Scholl

Erinnerung als Auftrag und Verpflichtung für uns


Unsere Schule ist benannt nach Hans und Sophie Scholl, die zusammen mit Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und dem Universitätsprofessor Kurt Huber den Widerstandskreis „Die Weiße Rose“ gegen das NS-Regime gegründet haben. Die Gruppe verfasste, druckte und verteilte auf verschiedenen Verbreitungswegen zunächst in der Region München, später auch in anderen Städten des Deutschen Reiches – vor allem in Süddeutschland – insgesamt sechs Flugblätter in unterschiedlicher Auflage (zuletzt bis zu 9000 Exemplare).

In diesen Veröffentlichungen thematisierten sie Verbrechen des NS-Regimes und riefen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. In der Schlussphase ihres Bestehens versuchte „Die Weiße Rose“ ihre Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen bis in die Reichshauptstadt Berlin und zu systemoppositionellen Kreisen der Wehrmacht auszuweiten. Nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad bemalten ihre Mitglieder in nächtlichen Aktionen zusätzlich auch öffentliche Fassaden in München mit Parolen gegen Hitler und die NS-Herrschaft.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Februar 1943 verteilte die Gruppe 800 bis 1200 Flugblätter in München. Am 18. Februar 1943 wurde Sophie Scholl bei dem Versuch vom zweiten Stock des Lichthofes der Universität München weitere Flugblätter über die Brüstung zu werfen von einem Hörsaaldiener entdeckt und festgehalten, bis die Gestapo eintraf. Hiernach wurde auch Hans Scholl festgenommen. Die Geschwister Scholl wurden vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 22. Februar 1943 vollstreckt.

Die Geschwister Scholl und die übrigen Mitglieder ihrer Widerstandsgruppe sind das bekannteste Beispiel für den studentischen Widerstand im sog. „Dritten Reich“. Sie stehen – gerade vor dem Hintergrund der aus Sicht von Studierenden und anderen jungen Menschen als unüberwindbar erscheinenden Machtstrukturen jener Zeit – für Moral, Mut und Selbstlosigkeit im Sinne humanistischer und demokratischer Ideale. Sie sind uns und nachwachsenden Generationen in unserem Land ein leuchtendes Vorbild. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist daher stolz darauf diesen Namen tragen zu dürfen und gedenkt seiner Namensgeber mit vielfältigen Aktionen und Institutionen: Es gibt eine „Namensgeber-AG“, die die schulischen Aktivitäten und Angebote im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit den Geschwistern Scholl betreut sowie die Kontakte zu anderen Namensgebern und der Familie Scholl pflegt. Anlässlich des 75. Todestages von Hans und Sophie Scholl im Jahr 2018 wird in unserem Schulgebäude eine Dauerausstellung zu unseren Namensgebern eröffnet werden.

Unsere tiefe Verbundenheit gegenüber den Geschwistern Scholl bemerken aufmerksame Besucher unserer Schule übrigens bereits beim Betreten des Hauses über den Haupteingang an der Hochstraße: 75 weiße Rosensträucher, liebevoll von der Schülerschaft gehegt und betreut, erinnern auf der zentralen Grünfläche vor dem Gebäude alle Schulangehörigen stets daran, dass ein großer Name auch immer eine große Verpflichtung bedeutet – nämlich die Werte der Namensgeber im Alltag zu leben.

Gedenkstunde zum 50. Todestag der Geschwister Scholl

Über die Geschwister Scholl

Gedenkschrift von Schülerinnen und Schülern