75 weiße Rosen im Gedenken an Hans und Sophie Scholl


LN v. 22.02.2018 - In Erinnerung an die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die am Donnerstag vor 75 Jahren von den Nazis hingerichtet wurden, hatten sich Lehrer und Schüler des nach ihnen benannten Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) einige Aktionen überlegt.

Sinnbildlich zieren seit Donnerstag 75 weiße und von den Schülern beschriftete Papierrosen die Fenster des Foyers.

„Frau Strecker, wissen Sie eigentlich, welcher Tag heute ist?“ – mit diesen Worten begrüßte eine Schülerin der Klasse 6c  am Donnerstagmorgen ihre Klassenlehrerin am GSG. „Ich war schon erstaunt, dass sie von allein das Thema angesprochen haben – andere Schüler hatten sogar bereits den Zeitungsartikel zu den Geschwistern Scholl aus den LN ausgeschnitten und mitgebracht“, sagte Lehrerin Gabriele Strecker.

Wie in allen Klassen des Gymnasiums waren Hans und Sophie Scholl, die zu den bekanntesten Widerstandskämpfern der Nazi-Zeit gehören, das Thema der ersten beiden Unterrichtsstunden. Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern hatten sie sich damals als Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ gegen das NS-Regime gewehrt.

Dafür mussten sie und weitere Mitglieder vor 75 Jahren mit ihrem Leben bezahlen. Das Urteil der Geschwister: Tod durch die Guillotine.

„Bei uns geht es insbesondere um das Thema Zivilcourage, und darum, was sie für die Schüler bedeutet und was sie sich von sich selbst und den Menschen wünschen“, sagte Klassenlehrerin Strecker.

Jeder Schüler der Sekundarstufe I beschriftete am Donnerstag eine Papierrose mit eben diesem persönlichen Wunsch. Eine von den Schülern getroffene Auswahl hängt seitdem im Eingangsbereich der Schule: genau 75 Rosen, eine für jeden Todestag der Geschwister.

Was sich die Schüler so wünschen? „Dass es nie wieder eine Diktatur in Deutschland gibt“, „jeder Mensch mutig bleibt“, „dass der Rassismus endet und der Weltfrieden beginnt und nie endet“, „dass mehr Menschen dem Beispiel der Geschwister Scholl folgen“, „dass niemand mehr sterben darf, weil er sich wehrt und seine Meinung sagt“ und „jeder den Mut hat, für seine Rechte zu kämpfen“.

Denn: „Zivilcourage hat noch niemandem geschadet und man sollte seine Meinung laut und deutlich sagen dürfen“, finden die Schüler der Klasse 9c. Gemeinsam mit ihrer Geschichtslehrerin Sigrid Langenohl hatten sie sich eine weitere ganz besondere Aktion überlegt: In Kleingruppen waren sie Donnerstag in der Innenstadt unterwegs und befragten Passanten zu den Geschwistern Scholl.

Mit dabei hatten sie selbsterstellte Flyer mit Infos zum Leben der beiden sowie zu den Hintergründen der Bewegung „Weiße Rose“. „Wir finden schon gut, so was zu machen und den Leuten davon zu erzählen“, sagten sie.

„Es heißt ja, dass diese geschichtlichen Ereignisse immer weniger in den Köpfen der Leute seien. Deshalb war uns das Thema auch besonders wichtig“, betonte Lehrerin Langenohl.