Gelebte Erinnerungskultur am Scholl


Schülerinnen und Schüler besichtigen Stolpersteine anlässlich des Todestages der Geschwister Scholl.

Das Jahr 2017 markierte den Beginn eines wichtigen Jubiläumsjahres für das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Im Juni 1942 wurde die NS-Widerstandsbewegung „Die Weiße Rose“ gegründet, deren Mitglieder Hans und Sophie Scholl Namensgeber der Schule sind. Zu diesem Anlass wurden in Kooperation mit dem STL 75 weiße Rosensträucher vor dem Schulgebäude an der Hochstraße gepflanzt. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sich im Rahmen zahlreicher Aktionen intensiv mit dem Leben und Wirken der Geschwister Scholl bis zum 75. Jahrestag ihrer Festnahme, Verurteilung und Hinrichtung im Februar 2018 auseinandergesetzt. Neben der Aufarbeitung der historischen Aspekte stand auch das heutige Engagement für Freiheitsrechte, Mitmenschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit im Mittelpunkt.

Eines der Projektergebnisse dieses Jubiläumsjahres war bis Ende November im Markt und im Untergeschoss der Bücherei zu sehen. Hier präsentierten Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer eines Projektkurses eine Ausstellung zu den Geschwistern Scholl und der „Weißen Rose“ sowie deren zeitgeschichtlichem Hintergrund. Die Ausstellung wurde am 9. November im Rahmen der Gedenkveranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht in der Stadtbücherei eröffnet. Auch wenn für die Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Präsentation der Ausstellung zugleich der Abschluss des Gedenkjahres rund um die Namensgeber der Geschwister Hans und Sophie Scholl war, wird fortwährend die Erinnerungskultur durch die Schulgemeinschaft gelebt und getragen.

Die jüngste Aktion im Rahmen der Erinnerungskultur wurde im Rahmen des Geschichte Zusatzkurses der Oberstufe von Geschichtslehrerin Ariane Benkner sowie durch die Schülervertretung initiiert. Die von Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine in der Lüdenscheider Altstadt wurden anlässlich des Todestages der Geschwister Scholl am 22. Februar besichtigt. Hierbei wurden die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer von Matthias Wagner, der als Wegbereiter für die Stolpersteinverlegung zu sehen ist, begleitet. Im Gedenken an die Opfer hat die Schülervertretung während des Rundgangs weiße Rosen neben die Stolpersteine gelegt. Mia Stremme, Mitglied der Schülervertretung, hob die Relevanz der Stolpersteine in Lüdenscheid hervor: „Die Stolpersteinverlegung führt vor Augen, dass das NS Regime auch in Lüdenscheid Opfer gefordert hat. Zudem sind wir aufgefordert, unsere Erinnerungskultur zu pflegen und verantwortungsbewusst zu handeln. Kursleiterin Ariane Benkner sieht durch diesen Einsatz der Schülerinnen und Schüler gelebte Erinnerungskultur und Engagement, das über die Schulgrenzen hinaus geht. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Schülervertretung im Gedenken an die Geschwister Scholl mit einer solchen Aktion dafür engagiert, dass die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen werden.“