40 Jahre Austausch mit Saint-Quentin


LN v. 10.12.2019 - Der Schüleraustausch der beiden Staberger Gymnasien mit dem Collège et Lycée Henri Martin in Saint-Quentin (Frankreich) feiert in diesen Tagen sein 40-jähriges Jubiläum. Beim Empfang im Ratssaal betonte der stellvertretende Bürgermeister Björn Weiß, wie wichtig die EU ist. “Große Herausforderungen von heute wie Klimawandel oder die Flüchtlingspolitik können nicht in nationalen Alleingängen gemeistert werden. Durch einen Schüleraustausch werden Sprachkenntnisse verbessert und gerade durch den engen Kontakt in den Familien lernt man die europäischen Nachbarn kennen.”

Nach dem Eintrag ins Gästebuch der Stadt wurde der Imagefilm von Lüdenscheid gezeigt. Die Schüler hatten Fahnen mit Friedensbotschaften in deutscher und französischer Sprache gebastelt. Nach dem Besuch im Rathaus ging es für die 34 Schüler (je 17 Teilnehmer auf beiden Seiten) und ihre Lehrer in die Gedenkzellen im Alten Rathaus.

Bei der Jubiläumsfeier im Museum betonte Zepp-Schulleiter Sebastian Wagemeyer die Bedeutung der Partnerschaft für die Schulen, aber auch für die Länder. Fremde Menschen seien Freunde fürs Leben geworden. “Wir werden die Herausforderungen der Zeit nur gemeinsam bestehen können. Die Rückkehr zu Nationalismus und Protektionismus kann, darf und wird nicht die Antwort unserer Zeit sein. Nationalismus hat diesen Kontinent immer wieder in verheerende Kriege gestürzt, die außer unermesslichem Leid und Tod nichts gebracht haben.”

Michaela Knaupe, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, fügte hinzu: “Gerade mit den vertrauensvollen deutsch-französischen Beziehungen ist es gelungen, mit unserem Europa das wahrscheinlich größte Friedensprojekt der Menschheitsgeschichte zu schaffen. Wir sollten gemeinsam daran arbeiten, dass auch unsere Kinder und Enkel in Freiheit, Selbstbestimmung und Frieden leben können.”

Zudem stand beim diesjährigen Schüleraustausch neben gemeinsamem Unterricht der Besuch der Burg Altena und der Phänomenta auf dem Programm. Die Busfahrt zum Haus der Geschichte und zum Weihnachtsmarkt nach Bonn wurde unterstützt vom Rotary Club Inner Wheel.

Gemeinsames Videoprojekt

Jedes Jahr gibt es ein gemeinsames Projekt. In diesem Jahr wird ein Video gedreht, in dem die Jugendlichen in Tandems Erklärfilme über die Schulen drehen, das zur Werbung für den Schüleraustausch im nächsten Jahr genutzt wird. Das Projekt wird im März in Frankreich beim Gegenbesuch der Lüdenscheider Schüler fortgesetzt.

Der Austausch zwischen dem Geschwister-Scholl-Gymnasium und dem Collège et Lycée Henri Martin in Saint-Quentin ist die älteste Schulpartnerschaft in Lüdenscheid. Sie entstand durch die enge Verbindung der Rotary-Clubs aus Lüdenscheid und Saint-Quentin. 1978 hielt Ernst-August Benfer - damals stellvertretender Schulleiter, später Schulleiter am Geschwister-Scholl-Gymnasium - im Rahmen der jährlichen Partnerschaftstreffen der Rotary-Clubs in Saint-Quentin einen Vortrag über die Situation des Französischunterrichts an deutschen Schulen. Bei diesem Treffen entstand über den damaligen Leiter des Collège et Lycée Henri Martin (ebenfalls Rotarier) das Angebot einer Schulpartnerschaft, die seit 1979 als offizielle, vom deutsch-französischen Jugendwerk anerkannte und geförderte Schulpartnerschaft Bestand hat.

Seitdem findet zweimal jährlich ein Austausch statt - einmal der Besuch in Lüdenscheid und der Gegenbesuch in Saint-Quentin. Bis heute findet das Projekt finanzielle Unterstützung durch den Rotary-Club, beispielsweise für Tagesausflüge. Der Austausch wurde auf deutscher Seite über einen Zeitraum von 30 Jahren von Günther Nyenhuis (GSG) und Marlies Fricke (ZGL) organisiert und betreut. Derzeit sind Agathe Skodra (GSG) und Pamela Klingbeil (ZGL) verantwortlich.