Das GSG wird "Zentrum für Begabtenförderung"!


LN v. 10.12.2019 - Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist vom Ministerium für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen als Vorreiter ausgewählt und jetzt zum Zentrum für Begabtenförderung ausgezeichnet worden. Dadurch kann das Gymnasium nun andere Schulen in dem Bereich beraten.

Vorausgegangen war dem die erfolgreiche Teilnahme an dem Projekt “Zentren für Begabtenförderung” im Rahmen der Zukunftsschulen NRW. Dass das Geschwister-Scholl-Gymnasium für dieses Projekt ausgewählt wurde, kommt nicht von ungefähr, denn die Schule ist schon seit 20 Jahren in dem Bereich aktiv und entwickelt sich stetig weiter. So gewann das Gymnasium zum Beispiel 2014 den Deutschen Schulpreis der Robert Bosch Stiftung. “Wir wurden aufgrund unserer Vorgeschichte vom Ministerium angesprochen, ob wir am Netzwerk Lernkultur Individuelle Förderung teilnehmen möchten”, erklärt Schulleiterin Michaela Knaupe. Das war vor rund drei Jahren, da zum Projekt ein dreijähriger Qualifizierungsprozess gehörte. Diesen hat die Schule nun erfolgreich abgeschlossen und wurde kürzlich durch das Ministerium zertifiziert.

Insgesamt nahmen 23 Schulen aller Schulformen aus Nordrhein-Westfalen teil und trafen sich in Netzwerken aus bis zu vier Schulen für einen ständigen Austausch untereinander. In der Gruppe des GSG waren ein weiteres Gymnasium und zwei Grundschulen, denn der Übergang in die weiterführenden Schulen und die möglichst frühe Förderung waren Bestandteil des Projektes. Zudem gehörten Veranstaltungen mit wissenschaftlichen Inhalten dazu und das Schulprogramm wurde mit den neuen Erkenntnissen überprüft und weiterentwickelt, um als qualifizierter Experte voranzugehen.

Wie funktioniert die Begabtenförderung?

Ein Punkt des Schulprogramms ist das Drehtürmodell. Hierbei nehmen die Schüler nicht am regulären Unterricht teil, sondern stattdessen an einem besonderen Projekt und verfassen dazu eine Expertenarbeit beziehungsweise einen Vortrag. Der Unterrichtsstoff, der verpasst wird, muss dann selbstständig nachgeholt werden. In diesem Modell kann jedoch auch ein Schüler am Unterricht - zum Beispiel Mathe - einer höheren Klasse teilnehmen. Das ist auch der Beginn des Überspringens einer Jahrgangsstufe in kleinen Teilen. Denn dabei wird zuerst nur an einzelnen Kursen der höheren Jahrgangsstufe teilgenommen, bevor es immer mehr Fächer werden und der Schüler schließlich komplett in die andere Klasse übertritt.

Ein anderes Modell ist das doppelte Sprachenlernen, das die Schule schon seit Jahren anbietet. Dabei müssen sich die Schüler in Klasse 6 (mit der Umstellung zurück auf G9 dann in Klasse 7) nicht zwischen Französisch und Latein entscheiden, sondern wählen beide Sprachen. Sie nahmen an beiden Fächern anstatt die vollen vier Stunden, nur jeweils zwei Unterrichtsstunden teil. Das Verpasste müssen sie auch hier selbstständig nacharbeiten, da sie in beiden Fächern Klassenarbeiten schreiben.

Wie wird die Begabung erkannt?

Die Potenziale der Kinder und Jugendlichen genauer und schneller zu diagnostizieren, war ebenfalls Bestandteil des Projektes. Das GSG nutzt dazu einen Lesekompetenz- und einen Lesegeschwindigkeitstest in der fünften beziehungsweise sechsten Klasse und die Lernstandserhebungen in der achten Klasse (mit G9 dann wieder in der neunten Klasse).

Was ist das Ziel der Begabtenförderung?

Die Schüler sollen ermutigt werden, verstärkt an Wettbewerben teilzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. So gibt es zum Beispiel außerhalb des Unterrichts die Ausbildung zum Schüler-Coach. Ein Schüler unterstützt und betreut die Jüngeren in bestimmten Fächern. Und auch soziales Lernen gehöre zur Begabtenförderung. “Denn wer unstrukturiert ist, dessen Leistungen sind dadurch gegebenenfalls schlechter, obwohl er eigentlich besser sein könnte. Durch die Förderung können Begabungen und Talente wieder aufgedeckt und Erfolge erlebt werden”, sagt Gabriele Strecker, Erprobungsstufenkoordinatorin am GSG.

Auf welche Bereiche in der Schule bezieht sich die Förderung?

Die Begabtenförderung bezieht sich auf alle Schulfächer und auch auf Angebote außerhalb des Unterrichts. So werden neben Fächern wie Mathe auch Gesang und Musik gefördert und durch eine DFB-Kooperation ist es nach einer angebotenen Ausbildung möglich, in einigen Bereichen als Trainer tätig zu sein.